Wiesentheid-Prozess

Mitangeklagter räumt Vorwürfe teilweise ein

Würzburg - Weil er seinem Freund dabei half, eine Frau mit einem Messer zu attackieren, stand ein 19-Jähriger jüngst vor dem Würzburger Landgericht. Er räumte die Vorwürfe teilweise ein. 

Er lockte das Opfer zum Tatort, an die konkreten Tötungsabsichten seines Kumpels will er aber bis zuletzt nicht geglaubt haben: Im Prozess um den versuchten Mord an einer jungen Frau im unterfränkischen Wiesentheid hat der mutmaßliche Mittäter die Vorwürfe teilweise eingeräumt. Er habe am Nachmittag vor der Tat Drogen genommen und sei wohl auch deshalb in einer „gewissen gleichgültigen Stimmung“ gewesen, hieß es in einer Erklärung des 19-Jährigen, die sein Anwalt am Freitag vor dem Würzburger Landgericht verlas. In dieser widerspricht er in Teilen dem Geständnis des 20 Jahre alten Hauptangeklagten. Dieser hatte schon Mitte Oktober umfangreich ausgesagt.

Demnach lieh der mutmaßliche Komplize dem Hauptangeklagten sein Smartphone für einen Anruf bei der Ex-Freundin, lockte das spätere Opfer in den Schlosspark Wiesentheid (Landkreis Kitzingen) und nahm schließlich die Tatwaffe an sich. Er habe sich aber trotz zahlreicher Ankündigungen nicht vorstellen können, dass der Hauptangeklagte seine Ex-Freundin tatsächlich umbringen wolle, und sei nach der Tat geschockt gewesen, sagte sein Anwalt in seinem Namen.

Der Hauptangeklagte hatte am Abend des 4. Januar dreimal auf Hals und Nacken seiner Ex-Freundin eingestochen und diese reglos in der Kälte liegend zurückgelassen. Die Frau ist seit der Attacke halbseitig gelähmt und braucht wahrscheinlich lebenslang Pflege.

lby

Rubriklistenbild: © dpa

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