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Bargeld für den freiwilligen Mittelschüler: Henrike Paede vom Elternverband bietet 100 Euro.

100 Euro für die Mittelschule

München - Neuer Streit um die Mittelschule: Der Lehrerverband BLLV hält dem Kultusminister vor, Schulen mit nach unten gedrückten Prognosezahlen zu verwirren. Und der Elternverband bietet 100 Euro für denjenigen, der sein Kind freiwillig auf die Mittelschule schickt.

100 Euro – das ist die Prämie, die der Bayerische Elternverband ausgelobt hat – und bereits vor mehreren Jahren. Das Geld können Eltern erhalten, die ihr Kind freiwillig auf der Mittelschule angemeldet hat – wer also im Übertrittszeugnis einen Notenschnitt in Mathe, Deutsch sowie Heimat- und Sachunterricht von 2,66 oder besser hat, aber trotzdem auf die Realschule verzichtet und die Mittelschule bevorzugt. „Bisher hat das Geld niemand abgerufen“, sagt die stellvertretende Verbandsvorsitzende Henrike Paede. Weil die Aktion zu wenig publik war oder weil es niemanden gibt? Der Elternverband macht aus seiner skeptischen Einstellung zur Mittelschule keinen Hehl. „Viele Mittelschule machen ganz ohne Zweifel hervorragende Arbeit. Als Option für ihr Kind sehen Eltern sie trotzdem nicht“, so Paede.

Die Elternvertreterin aus Stadtbergen bei Augsburg reagiert damit auf neue Zahlen, die Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) präsentiert hatte. Wie berichtet, hatte Spaenle auf die jüngste Schüler- und Absolventenprognose verwiesen.

Demnach gehen in diesem Schuljahr 5000 Schüler mehr als prognostiziert auf die Mittelschule, nämlich 214 500. Im nächsten Schuljahr dürften es sogar 9000 mehr als vorhergesagt sein. Die Mittelschule ist wieder gefragt, folgerte Spaenle und sprach von einer Trendwende.

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Dem widerspricht der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, Klaus Wenzel. „Wer genau hinschaut, erkennt, dass die Statistiker des Kultusministeriums beim Erstellen von Prognosen die Schülerzahlen an Hauptschulen seit Jahren nach unten korrigieren“, sagte er. „Zunächst gehen sie von einer unrealistisch niedrig angesetzten zu erwartenden Schülerzahl aus, um dann die tatsächlich höhere Quote als schulpolitischen Erfolg darzustellen.“

Spaenle reagierte darauf erbost. Wenzel rede die Mittelschule schlecht. „Die Mittelschule hat sich in Bayern etabliert.“ Die Aktion des Elternverbands betrachtet Spaenle ablehnend, spricht sogar von „Kopfprämie“. Es gebe aber sicher Mittelschüler mit 2,66 oder besser im Übertrittszeugnis.

Dirk Walter

Aufruf

Eltern, die ihr Kind in diesem oder im letzten Jahr auf der Mittelschule angemeldet haben, obwohl es einen Notenschnitt von 2,66 oder besser hat, können sich in der Redaktion melden: 089/ 5306-432 (D. Walter). Als Nachweis ist das Übertrittszeugnis und die Anmeldebestätigung notwendig. Sollten sich mehrere Eltern melden, bekommt der erste das Geld.

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