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G9 durch die Hintertür?

„Mittelstufe plus“: Ministerium bremst

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München - Das Konzept einer um ein Jahr verlängerten Mittelstufe am Gymnasium in Bayern ist noch keine drei Wochen alt und erst in groben Umrissen bekannt. Doch jetzt zeigt sich: Die CSU will diese Möglichkeit vermeiden.

Eine erste Handlungsempfehlung des bayerischen Kultusministeriums lässt erkennen, dass die CSU auf jeden Fall vermeiden will, dass eine breite Mehrheit der Schüler diese Möglichkeit künftig wählt. Hintergrund: Das Gymnasium könnte sonst quasi durch die Hintertür zum G9 mutieren.

„Mittelstufe plus“ bedeutet, dass der Schüler die 8. bis 10. Jahrgangsstufe statt in drei auch in vier Jahren durchlaufen kann. In einem vorgestern an die Schulleiter verschickten Rundschreiben des Ministeriums, das unserer Zeitung vorliegt, wird allerdings betont, dass für die Schüler „kein Rechtsanspruch auf Aufnahme in eine ,Mittelstufe plus‘ bestehen“ werde. Geschätzt ein Fünftel oder ein Viertel der Schüler werde die verlängerte Mittelstufe wohl wählen, räumt der Leiter der Gymnasialabteilung im Ministerium, Walter Gremm, in dem Schreiben ein. Und deutet zugleich an: Mehr sollen es nicht werden. Für Schüler „mit entsprechendem pädagogischen Bedarf“ werde eine Klasse – bei besonders großen Schulen auch zwei – eingerichtet. Gremm betont, dass es sich dabei keinesfalls um „sogenannte G9-Züge“ handele.

Zur Abschätzung des Bedarfs an Lehrern, die das Modell kosten soll, bleibt er vage: „Die dafür erforderlichen Ressourcen werden zeitgerecht angepasst.“ Eingeführt werde die „Mittelstufe plus“ endgültig zum Schuljahr 2017/18 – vorher gibt es eine zweijährige Pilotphase.

G9-Verfechter sind nach diesem Schreiben jedenfalls in Hab-Acht-Stellung: Das sei der „Versuch, eine Abstimmung mit den Füßen zu verhindern“, so ein Kritiker zu unserer Zeitung.

dw

Rubriklistenbild: © dpa

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