Mixa bekommt Pension und Alterswohnsitz

Augsburg - Walter Mixa wird kirchenrechtlich weiter Bischof bleiben, auch wenn sein Rücktrittsgesuch angenommen ist. Ihm stehe eine Pension und ein Alterswohnsitz zu.

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"Die Mehrheit der Katholiken weint ihm keine Träne nach"

Das erklärte Thomas Schüller, Professor für Kirchenrecht an der Universität Münster. "Er würde dann zu einem emeritierten Bischof, bleibt damit aber offiziell Bischof." Das unterscheide ihn von evangelisch-lutherischen Würdenträgern, die gewählt seien - wie etwa Margot Käßmann, im Februar zurückgetretene Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). “In der katholischen Kirche bleibt ein geweihter Bischof dies bis zum Tod.“

Mit einem Rücktritt würde Mixa daher nur seinen jetzigen Posten abgeben. “Sein Amt als Leiter des Bistums ist er dann los“, sagte Schüller. “Das schränkt allerdings nicht unbedingt seinen liturgischen Dienst ein.“ So dürfe Mixa nach Kirchenrecht weiterhin die heilige Messe feiern, Sakramente spenden und - wenn er von einem Bischof gefragt wird - sogar Priester oder Diakone weihen. “Das passiert recht häufig, dass Emeritierte solche Dienste im Auftrag von amtierenden diözesanen Bischöfen ausführen.“

Auch finanziell sei ein emeritierter Bischof abgesichert. “Er fällt nicht ins Bodenlose“, sagte Schüller. “Einem emeritierten Bischof steht laut Kirchenrecht eine Pension zu. In Deutschland zahlt die in der Regel das Bistum.“ Zudem werde dem Bischof ein Alterswohnsitz zur Verfügung gestellt.

Ein Rücktritt erfolgt bei Bischöfen normalerweise mit Vollendung des 75. Lebensjahres. “Dann muss ein Bischof das dem Papst anbieten“, sagte Schüller. “Es gibt allerdings auch Ausnahmen, etwa aus gesundheitlichen Gründen oder einem anderen schwerwiegenden Grund.“

Mixa hat keine rechtlichen Konsequenzen zu befürchten

Rechtlich habe Mixa keine Konsequenzen zu befürchten. “Die im Raum stehenden Vorwürfe sind nach staatlichem und kirchlichem Recht längst verjährt“, sagte Schüller. “Mixa hat aber die moralische Dimension seiner Lügen unterschätzt. Ohne einen Rücktritt ist das Ganze jetzt nicht mehr regelbar.“ Das Rücktrittsangebot sei jedoch nicht als Schuldeingeständnis zu werten. “Mixa hat abgewogen, welche Probleme es geben würde, wenn er bleibt, und ist zu dem Schluss gekommen: Durch seine Lügen nimmt seine Diözese Schaden. Er hat aber angekündigt, aktiv an der Aufklärung der Vorwürfe mitarbeiten zu wollen“, sagte Schüller. “Mixa zeigt damit Größe, davor muss man Respekt haben“, gab der Kirchenrechtler zu bedenken.

Generell seien Rücktrittsangebote von Bischöfen keine Seltenheit. “Das passiert mit einer gewissen Regelmäßigkeit und hat die unterschiedlichsten Gründe.“ In Irland etwa hätten im vergangenen Jahr mehrere Bischöfe ihren Rücktritt nach dem Skandal um den sexuellen Missbrauch tausender Kinder durch katholische Geistliche angeboten. In Asien oder Afrika hätten Bischöfe darum gebeten, ihr Amt niederlegen zu können, weil sie mit der Leitung einer Diözese überfordert waren.

dpa

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