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Walter Mixa.

Mixa: Mit Stock und Faust zugeschlagen

Augsburg/Ingolstadt - Der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs gegen Walter Mixa hat sich nicht erhärtet. Bei den Prügelvorwürfen kommen dagegen erschütternde Details ans Licht.

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Jetzt auch noch Vorwurf des sexuellen Missbrauchs

Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt stellt ihre Vorermittlungen ein und leitet kein förmliches Ermittlungsverfahren ein. “Ein Tatverdacht hinsichtlich eines sexuellen Missbrauchs hat sich nicht bestätigt“, erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt Helmut Walter am Freitag.

Mit Stock und Faust zugeschlagen?

Mixa soll jedoch in seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen oft mit der Faust und einem Stock zugeschlagen haben. Sonderermittler Sebastian Knott schreibt in seinem am Freitag vorgestellten vorläufigen Abschlussbericht von “schweren körperlichen Züchtigungen mit dem Einsatz von Gegenständen, der Dunkelkammer und verbalen Demütigungen seitens des Pfarrers Mixa“ in den 1970er Jahren. 

Chronologie der Missbrauchsfälle

Chronologie der Missbrauchsfälle

Acht Heimkinder berichteten nach Angaben Knotts von Prügeln. Knott betonte in Schrobenhausen, dass es dabei aber “nicht ein einziges Mal eine sexuelle Komponente“ gegeben habe. Fast gleichzeitig mit der Veröffentlichung des Sonderberichtes stellte die Staatsanwaltschaft Ingolstadt ihre Vorermittlungen wegen Missbrauchsvorwürfen gegen Mixa ein. 

Die Aussagen der betroffenen ehemaligen Heimkinder aus dem Kinderheim St. Josef seien glaubwürdig, berichtete Knott. Einige seien während der Gespräche in Tränen ausgebrochen. Die Tätlichkeiten erfüllten den Tatbestand der Körperverletzung, schweren Körperverletzung und der Misshandlung Schutzbefohlener. Die Verjährungsfrist beträgt in diesen Fällen allerdings zehn Jahre.

Nonnen: "Hau nei!"

Mixa soll oft mit der Faust und einem Stock zugeschlagen haben. Ein Mädchen sei unter den Schlägen zusammengebrochen. “Er sagte oft Sätze wie “In Dir ist der Satan, den werde ich Dir schon austreiben““, zitierte Knott einen ehemaligen Heimjungen. Die dort beschäftigten Nonnen hätten Mixa oft mit den Worten “Hau nei, hau nei“ angestachelt.

Heimgelder veruntreut?

Neben den Prügelvorwürfen wird Mixa auch zur Last gelegt, Heimgelder veruntreut zu haben. Sonderermittler Knott will seinen vorläufigen Abschlussbericht der katholischen Waisenhausstiftung übergeben.

Ein Vertreter Mixas habe sich in einer schriftlichen Stellungnahme zu den Vorfällen geäußert, sagte Knott. Sie sei erst an diesem Freitag mit der Post gekommen. “Ich habe es nicht einmal mehr ganz lesen können.“ Mixa nehme in dem Brief allerdings “für sich die Unschuldsvermutung in Anspruch“.

dpa

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