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Sucht Freunde im Web: Bischof Mixa will im Internet missionieren

Mixa plant Rückkehr über das Internet

Augsburg - Als „Wanderbischof wie im Mittelalter“ – nur mit modernen Kommuniktionsmitteln – so will der frühere Bischof von Augsburg, Walter Mixa, in die Öffentlichkeit zurückkehren. In kirchlichen Kreisen erntet er nur Kopfschütteln.

Vor einem Jahr, am 22. April 2010, hatte Walter Mixa nach langem Zögern und heftigem Drängen von Amtsbrüdern dem Papst seinen Rücktritt angeboten. Der Vatikan hatte ihm eine „Zeit des Schweigens und der Heilung“ auferlegt. Doch wie lange diese Zeit dauern soll, das hat der Papst offenbar nicht festgelegt. Nun also strebt Walter Mixa, dem vorgeworfen wurde, Heimkinder geprügelt und Geld veruntreut zu haben, zurück in die Öffentlichkeit. In einem Interview mit dem „Donaukurier“ erklärte er am Mittwoch, dass er mit einer eigenen Internetseite und in sozialen Netzwerken wie Facebook und Youtube vor allem junge Menschen für den Glauben gewinnen will. „So könnte ich als Wanderbischof wie im früheren Mittelalter wirken“, sagte er in dem Interview.

Prügelvorwürfe weist er nach wie vor zurück – er gibt aber Ohrfeigen zu. Auch über seinen Gesundheitszustand sprach Mixa, der derzeit zurückgezogen in Gunzenheim im Bistum Eichstätt lebt, mit den Journalisten. „Ich war niemals ein Alkoholiker oder Spiegeltrinker“, wird der Bischof, der am Ostermontag (25. April) 70 Jahre alt wird. An seinem Geburtstag will Mixa auch seine Internet-Seite freischalten. Die Startseite der Homepage gibt es schon: Auf weinrotem Hintergrund erscheint der Namen „Bischof Mixa“ gekrönt von einer stilisierten Mitra. Man wird noch „vertröstet“ auf den 25. April. E-Mails aber kann man ihm schon schreiben. Mixa hat offenbar noch einiges vor, denn fünf oder sechs Jahre wolle er noch Dienst tun. Doch ob das gern gesehen ist von seinen Amtsbrüdern, das ist mehr als ungewiss.

Offiziell wollen weder das Bistum Augsburg noch das Erzbistum München und Freising Stellung nehmen zu den Plänen Mixas – bekanntlich hatte auch der heutige Münchner Kardinal Reinhard Marx in der Causa Mixa dessen Rücktritt als einzige Lösung gesehen. Bereits im Januar hatte Mixa aber angekündigt, er wolle mit einem Chef einer Selbstverteidigungsschule ein Buch herausgeben und auf Vortragsreise gehen. Damals hatte ihm sein Nachfolger in Augsburg, Bischof Konrad Zdarsa, zu verstehen gegeben, dass seiner Auffassung nach die Zeit des Schweigens noch nicht vorbei sei. Diese Pläne wurden dann auch von Mixa fallen gelassen. Nun also will Mixa die Jugend über das Internet bekehren. „Wir nehmen die Pläne Bischof Mixas zur Kenntnis“, erklärt kurz und knapp Pressesprecher Markus Kremser.

In Kirchenkreisen allerdings stoßen Mixas Ideen eher auf Unverständnis. Manche Aussagen aus dem Interview mit dem „Donaukurier“ werden auch mit Kopfschütteln gelesen. So war es Mixa selber gewesen, der sich zum Interview angeboten hatte. „Hier ist Mixa. Ich wollte einmal mit Ihnen über die ein oder andere Sache reden“, zitiert die Tageszeitung aus dem Anruf des Bischofs. Und als er dann gleich am nächsten Tag in der Redaktion erschien, begründete er seine Interview-Bitte mit den Worten: „Damit Sie Mixa, das Monster, auch einmal erleben.“ Begleitet wurde er von einem Rundfunkjournalisten aus Bamberg, der ihn seit Jahresbeginn berate. Dieser wolle, dass die Menschen die „andere Seite von Mixa, die menschliche“ sehen.

Von Claudia Möllers

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