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Acht Trassen von ursprünglich 95 werden jetzt noch überprüft. Gestrichelt sind Tunnel dargestellt.

Machbarkeitsstudie

A 99-Südring: Acht Trassen in der Endauswahl

München - Bei der Machbarkeitsstudie zum Autobahn-Südring sind noch acht von ehemals 95 Trassen übrig geblieben. Sie werden nun bis zum Herbst intensiv untersucht, ehe eine Empfehlung an die Politik folgt. Schon jetzt gab es einige Überraschungen.

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In vier verschiedene Korridore haben die Planer der Autobahndirektion Südbayern die Trassen verpackt, von extrem stadtnah bis zu weit entfernt. Bereits im November war die Auswahl auf 18 Varianten zusammengeschrumpft, jetzt sind es nur noch acht. Doch es sollten noch Trassen aus allen vier Korridoren im Wettbewerb bleiben, was erklärt, warum etwa die sehr unwahrscheinliche München-nahe Trasse mit zehn Kilometer langem Tunnel weiter untersucht wird.

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Die Reaktionen aus

dem Würmtal

dem Landkreis München

Rausgefallen sind dagegen unter anderem der weiteste Weg, der noch bis südlich von Gauting vorgesehen war, sowie Tunnellösungen südlich von Krailling und unter Oberhaching. Im nächsten Planungsschritt werden jetzt alle acht übrig gebliebenen Trassen untereinander verglichen. „Am Ende kann herauskommen, dass mehrere Trassen machbar sind – oder auch keine“, betonte Autobahndirektions-präsident Paul Lichtenwald.

Die Präsentation am Mittwoch brachte unerwartete Ergebnisse. So werden die äußerst belasteten A 99-Abschnitte im Norden und Osten durch einen Südring höchstens um zehn Prozent entlastet. „Ich bin enttäuscht“, gab der renommierte Verkehrsplaner Prof. Harald Kurzak zu. „Ich habe gehofft, dass es mehr ist.“ Der Fern-Durchgangsverkehr würde mit einem Anteil von zehn Prozent auf einem Südring ebenfalls kaum eine Rolle spielen. Auch wenn das in der Hauptreisezeit anders ist – der Südring wäre vor allem für den Großraum München interessant. Und für München selbst, wie Kurzak betonte – dort wäre die Entlastung am größten. Und aus den Gemeinden rundherum könnte der Südring störenden Durchgangsverkehr abziehen.

Die acht Trassen wurden auch hinsichtlich der Umweltbelastung, der Raumbelastung, des Verkehrs und der Kosten geprüft. Dass die Eingriffe etwa bei einer oberirdischen Durchquerung des Forstenrieder Parks immens sind, muss nicht extra erwähnt werden. Beim Verkehr wird deutlich, dass der Verkehr ohne eine zusätzliche Anschlussstelle an die M 4 zwischen Gauting und Neuried zum Teil deutlich niedriger liegt und grundsätzlich abnimmt, je weiter die Trasse von München entfernt liegt. Höchstens 70 000 Fahrzeuge würden täglich über den Südring fahren, für den zwei Spuren pro Richtung ausreichen.

Die Kosten wiederum sind extrem unterschiedlich. Die Trasse südlich von Krailling (C8), die als einzige ohne Tunnel auskommt, wäre mit geschätzten Kosten von rund 350 Millionen Euro geradezu ein Schnäppchen. Die Variante D1 dagegen, mit Tunneln unter Krailling und Straßlach, käme auf 1,4 Milliarden Euro.

Die betroffenen Anwohner, die am Mittwoch ebenfalls informiert wurden, sind zumindest teilweise über die Ergebnisse erfreut. „Wenn der Verkehr im Osten und Norden der A 99 nur um zehn Prozent abnimmt, entfällt eigentlich der Sinn des Südrings“, sagte Karl Hofmann, Vorsitzender der Vereinigten Bürgerinitiativen Südlicher Erholungsraum München. Er erkennt an, dass sich die Autobahndirektion bemühe. „Aber es ist eine Katastrophe, wie in diesem Natur- und Landschaftsraum herumgewerkelt wird.“

Sollte der Freistaat die Pläne tatsächlich weiterverfolgen, könnte er versucht sein, zunächst den westlichen Teil des Südrings zwischen der A 96 Richtung Lindau und der A 95 nach Garmisch-Partenkirchen anzugehen. Denn dort wird erheblich mehr Verkehr prognostiziert als auf dem östlichen Südring zwischen A 95 und der A 995. „Wir dachten, dass der Durchgangsverkehr vor allem von West nach Ost fährt“, sagte Kurzak. „Aber fast die Hälfte biegt nach Süden auf die A 95 ab“ – auch das eine weitere Überraschung für ihn.

Von Boris Forstner

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