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Der mutmaßliche NS-Verbrecher John Demjanjuk.

Abschiebung Demjanjuks wieder offen

Washington - Das Tauziehen um die Abschiebung des mutmaßlichen NS-Verbrechers John Demjanjuk nach Deutschland geht weiter. Auch am heutigen Dienstag gibt es wieder Versuche, die Abschiebung zu verhindern.

Der Anwalt des 89-Jährigen in den USA, John Broadley, kündigte für diesen Dienstag einen neuen Vorstoß an, um die Deportation zu verhindern.

Ein Einwanderungsrichter im US-Staat Virginia hatte am Montag einen in der vergangenen Woche verfügten Abschiebestopp zum 8. April wieder aufgehoben und damit den Weg für die Ausweisung Demjanjuks ab Mittwoch freigemacht. Dagegen will Broadley nun am Dienstag bei einer Berufungsinstanz Einspruch einlegen. Er sei sicher, dass Demjanjuk am Mittwoch nicht nach Deutschland geschickt werde, sagte der Rechtsvertreter. Er erwarte eine Verlängerung des Abschiebestopps, bis in der Sache grundsätzlich entschieden werde.

Demjanjuk lebt derzeit als Staatenloser in Cleveland (US-Staat Ohio). Das Amtsgericht München hat kürzlich Haftbefehl gegen ihn erlassen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem gebürtigen Ukrainer vor, als Wachmann im Vernichtungslager Sobibor während des Zweiten Weltkriegs im besetzten Polen Beihilfe zum Mord an mindestens 29 000 Juden geleistet haben.

Broadley hatte am vergangenen Donnerstag einen Eilantrag bei dem Einwanderungsgericht in Virginia gestellt, in dem es hieß, eine Ausweisung komme für den gebrechlichen Demjanjuk einer Folter gleich. Tatsächlich setzte Richter Wayne Iskra die ursprünglich bereits für Montag angesetzte Abschiebung aus, revidierte dann seine Entscheidung aber wieder - mit der Begründung, das Gericht sei dafür gar nicht zuständig gewesen. Broadley wertete es unterdessen als hoffnungsvolles Zeichen, dass Iskra in seiner ersten Entscheidung ausdrücklich auf den verschlechterten Gesundheitszustand Demjanjuks verwiesen habe.

dpa

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