In der gestellten Aufnahme trägt eine Frau eine Puppe zu einem "Babyfenster".

Ausgesetztes Baby

Brief der Mutter: "Wollte das Kind nicht in den Müll werfen"

Neu-Ulm - Sie wollte, dass ihr Kind nicht so aufwächst wie sie. Die Mutter, die ihr Baby vor einer Klinik in Neu-Ulm ausgesetzte, hat einen Abschiedsbrief hinterlassen.

Wie die Ermittler am Dienstag mitteilten, hatten sie bei dem Findelkind eine schriftliche Nachricht entdeckt, die vermutlich von der Mutter stammt. Die bislang unbekannte Frau hatte am Montagmorgen ihr fünf Tage altes Mädchen in einer Decke gehüllt an einem Hintergang der Donauklinik abgelegt. Anschließend hatte ein Unbekannter - wahrscheinlich nicht die Mutter - im Krankenhaus angerufen, um auf das Kind aufmerksam zu machen. Nach Polizeiangaben machte die offenbar verzweifelte Mutter in dem Brief Angaben darüber, warum sie das Kind nicht behalten kann.

"Ich will nicht zu den Müttern gehören, die ihr Kind in den Müll werfen", schreibt sie laut Augsburger Allgemeine. Und weiter: "Ich habe lange überlegt, ob ich Emilia behalten soll, doch ihre Zukunft mit mir als Mutter wäre nicht vertretbar gewesen.“ Sie sei besser aufgehoben bei Adoptiveltern, die die „finanziellen Mittel und die nötige Liebe haben".

"Ich bin selbst in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen und will nicht, dass es Emilia genauso geht." Am Ende schreibt die Mutter: „Ich wünsche Emilia alles Beste, was sie auf der Welt erreichen kann.“

Der Brief ist die bislang einzige Spur zu der Mutter. Die Polizei sucht nach der Frau. Die Beamten nehmen an, dass sie alleinstehend ist. Auch das Jugendamt hat sich bereits eingeschaltet.

Erst vor vier Monaten war in Pöttmes (Landkreis Aichach-Friedberg) in der katholischen Kirche ein Findelkind entdeckt worden. Die Mutter hatte den wenige Stunden alten Buben in einer Weihnachtskrippe vor dem Altar abgelegt, wo ihn der Pfarrer fand.

mm

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