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Aus dieser Flammenhölle hat Martin Hewicker eine junge Frau gerettet.

Bayerische Lebensrettermedaille

Auszeichnung für Mut, der Leben rettete

In Extremsituationen zeigt ein Mensch, aus welchem Holz er geschnitzt ist. So wie Martin Hewicker, der unter Lebensgefahr eine Frau vor dem Flammentod bewahrte. Oder der siebenjährige Sebastian Hempe, der seine Oma rettete. Beide bekommen die Bayerische Rettungsmedaille.

Es ist ein kalter Februarmorgen, als sich der Landwirt Martin Hewicker (26) auf den Weg zur Arbeit macht. Wie jeden Morgen fährt er von Erding in Richtung Ampfing, als ihm eine junge Frau entgegenkommt. „Ampfing hat auch schöne Mädels“, denkt Hewicker, als er die blonde 28-Jährige hinter ihrem Steuer sieht. Doch plötzlich, völlig unvermittelt, verliert sie die Kontrolle auf der glatten Fahrbahn. Was folgt, ist der reinste Albtraum.

Martin Hewicker mit Dankesbrief.

Ihr Golf rutscht gegen einen entgegenkommenden Fiat, überschlägt sich. Die junge Mutter ist nicht angeschnallt, die Wucht des Aufpralls schleudert sie aus dem Pkw. Ihr Auto überschlägt sich mehrfach in der Luft und landet schließlich mit dem Dach direkt auf der 28-Jährigen. Der Wagen fängt sofort Feuer. Martin Hewicker zögert nicht, er handelt. Er stoppt sein Fahrzeug, rennt zu dem brennenden Wrack und sucht nach der jungen Frau. Er hört sie wimmern, aber er kann sie nicht finden. Endlich entdeckt er zwei Füße unter der Beifahrertür. Sechs weitere Helfer sind in der Zwischenzeit dazugestoßen.

Hewicker behält die Nerven, gibt die Kommandos. Die anderen sollen den Golf anheben, er zieht an den Füßen. Die ersten Versuche schlagen fehl, das Feuer wird immer heißer. Hewicker versengt seine Haare, zieht sich leichte Verbrennungen zu. Doch er weiß: Wenn er die Frau nicht sofort rettet, ist alles zu spät. „Jetzt einmal noch!“, brüllt er entschlossen. Mit aller Kraft zieht er. Zieht, um ein Leben zu retten.

Die 28-jährige Waldkraiburgerin überlebt tatsächlich, heute geht es der Mutter gut – dank des jungen Landwirts aus Bockhorn. Doch der will kein großes Aufheben um seine Tat machen: „Ich widme die Medaille jenen, die tagtäglich im Einsatz Leben retten und dafür nie geehrt werden.“ Geehrt wird er trotzdem, er und die sechs anderen Männer bekommen am Montag die Bayerische Rettungsmedaille verliehen.

Sebastian Hempe mit Idol Lukas Podolsky.

Und dass Mut keine Frage des Alters ist, beweist der siebenjährige Sebastian Hempe. Am Montag bekommt er die Christophorus-Medaille, weil er seiner Oma das Leben rettete. Die nämlich holte ihren Enkel gerade von der Schule ab, als das Unglück seinen Lauf nahm. Basti schnallte sich gerade auf dem Beifahrersitz an, als eine Wespe die allergische 59-Jährige in den Hals stach. Sie versuchte noch, nach ihrer Notfallmedizin zu greifen, doch die Ohnmacht kam zu schnell. „95 Prozent aller Kinder in dem Alter bleiben untätig sitzen, zwei Prozent laufen weg“, erzählt ein Feuerwehrler später Bastis Mutter.

Doch der tapfere FC Bayern-Fan behält die Nerven und schickt mit seinem Kinderhandy einen Notruf an die 112 ab. Auf dem Bürgersteig ruft er um Hilfe, doch niemand kümmert sich, niemand nimmt den Siebenjährigen ernst. Das macht Basti wütend, aber vom Wagen will er sich nicht weiter entfernen, er will bei seiner Oma bleiben. Als der Notarzt eintrifft, gibt Basti sofort Instruktionen: „Sie brauchen sich keine Sorgen machen, Oma ist allergisch und braucht ihre Spritze.“ Ihm ist nicht klar, dass er seiner Großmutter das Leben rettet. Der schwere Anfall hätte tödlich enden können, wenn die richtige Hilfe nicht so schnell gekommen wäre.

Zur Belohnung laden ihn die Bayern zu sich in die Kabine ein. Sein Star, Frank Ribéry, rät dem kleinen Fußballer: „Trainiere jeden Tag, höre nur auf deine richtigen Freunde. Gott beschütze dich.“ Da kommen Basti die Tränen.

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