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Bäuerinnen und Bauern demonstrieren am Mittwoch in Waldkraiburg für faire Preise.

Bauern demonstrieren gegen Preisverfall

Waldkraiburg - An die 100 Landwirte haben am Mittwoch in Waldkraiburg nahe Mühldorf a. Inn gegen den Preisverfall bei ihren Produkten demonstriert.

Mit rund 25 Schleppern samt Viehanhängern und Rindern zogen die Teilnehmer aus den umliegenden Landkreisen vor den örtlichen Schlachthof. Politik, Gesellschaft und Einzelhandel müssten gegenüber den Landwirten verantwortungsbewusst handeln, forderte der oberbayerische Bezirksvorsitzende des Bauernverbandes, Max Weichenrieder. "Auf unseren Bauernhöfen brennt es." Die Landwirte bräuchten faire Bedingungen. "Wir Bauern sind nicht Martyrer, die auf dem Altar der Finanzgier geopfert werden dürfen", sagte Weichenrieder.

Vor allem Lebensmitteleinzelhändler wie Lidl, Aldi oder Edeka missbrauchten ihre marktbeherrschende Stellung wie "renditegierige Heuschrecken". Von der Preisschlacht seien alle landwirtschaftlichen Betriebszweige betroffen, erläuterte Weichenrieder. "Aldi und Co. machen Bauern k.o." stand auf einem Plakat. Weichenrieder verglich die Discounter mit modernen Raubrittern, "da man den Bauern die mit harter Arbeit erzeugten Lebensmittel quasi raubt und dann billigst verschleudert". Nach seiner Einschätzung ist in Oberbayern jeder siebte Arbeitsplatz in der Landwirtschaft bedroht.

Einer der Bauern fuhr symbolisch seine "letzten zwei" Kühe vor den Schlachthof. Weitere Forderungen der Landwirte waren die Absenkung der Dieselbesteuerung auf europäisches Niveau und finanzielle Unterstützungen, wie sie Banken und Großindustrie erhielten. Die Freisinger Landwirtin Maria Grandl sagte, sie demonstriere, "weil es uns wirklich nass reingeht". Wem das Wasser bis zum Hals steht, der solle nicht den Kopf hängen lassen, sagte Grandl, die auf ihrem Plakat einen Preis von 2 Euro pro Kilo Schweinefleisch und 4,50 Euro pro Kilo Rindfleisch forderte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Dienstagabend in Würzburg versprochen, gemeinsam mit CSU-Chef Horst Seehofer alles zu tun, um den Milchproduzenten zu helfen. Noch am Montag war bei der CSU-Vorstandssitzung in München deutlicher Unmut über Merkel laut geworden, weil die Kanzlerin die unter Existenzängsten leidenden Bauern zu zögerlich unterstütze.

dpa

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