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Ein Bauer schwingt im Fackelschein einen Galgen durch die Luft - beim Haberfeldtreiben gegen Gerd Sonnleitner.

Bauern planen Haberfeldtreiben gegen Seehofer

München - Wütende Bauern heizen Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) ein: Sie planen vier Tage vor der Europawahl ein Haberfeldtreiben - mit Fackelzügen und furchterregend geschwärzten Gesichtern.

Anlass der geplanten Demonstration sind sinkende Milchpreise sowie die Debatte um die grüne Gentechnik und die Zwangsimpfungen von Rindern gegen die Blauzungenkrankheit, wie die "Süddeutsche Zeitung" (Freitag) berichtete. Organisiert wird die Kundgebung von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), einer Konkurrenzorganisation des Bauernverbands.

Die Aktion ist umstritten: Der Bund deutscher Milchviehhalter (BDM) distanzierte sich und will die Aktion boykottieren. Die Arbeitsgemeinschaft will ihrer Enttäuschung über die Agrarpolitik der CSU Luft machen. "Egal worum es geht, die Regierung hält uns immer nur hin", sagte AbL-Funktionär Wolfgang König der SZ. Geplant ist unter anderem ein Fackelzug. Der BDM dagegen forderte seine Mitglieder ausdrücklich auf, nicht mitzumachen.

Im November 2008 hatte es bereits ein Haberfeldtreiben gegen Bauernpräsident Gerd Sonnleitner gegeben, gegen das der Bauernverband scharf protestiert hatte.

Haberfeldtreiben sind eine alte Form von Bauernprotesten aus dem Tegernseer Land. Die Teilnehmer prangerten mit geschwärzten Gesichtern und Lärm Verfehlungen missliebiger Geistlicher und Vertreter der Obrigkeit an. Die letzten großen Haberfeldtreiben gab es Ende des 19. Jahrhunderts. Da die königlich-bayerische Obrigkeit alle Teilnehmer festzunehmen pflegte, starb die auch damals schon umstrittene Sitte aus.

dpa

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