Wütende Bauern und Studenten bei Merkel -Auftritt

Würzburg - Vor protestierenden Bauern und Studenten hat Bundeskanzlerin Angela Merkel ( CDU ) die Schwesterpartei CSU im Europawahlkampf unterstützt.

Durch Europa sei es möglich geworden, 60 Jahre in Frieden zu leben, sagte Merkel am Dienstagabend in Würzburg . "Wir können stolz sein auf 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland", betonte die CDU -Chefin. "Wir hatten das Glück, dass uns Franzosen und andere die Hand gereicht haben", sagte sie mit Blick auf das isolierte Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. "Wir brauchen dieses Europa, weil wir noch vieles durchsetzen müssen." Bayern sei gerade bei Finanzfragen ein Vorbild für ganz Deutschland.

Bayerns Ministerpräsident und CSU -Chef Horst Seehofer appellierte an die etwa 3000 Zuhörer auf dem Marktplatz, bei der Europawahl für die Christsozialen zu stimmen. "Wählen Sie bayerisch am 7. Juni", sagte er. Hauptargument der CSU im Europawahlkampf ist ihre Alleinstellung mit einer eigenen bayerischen Europagruppe in Brüssel . Die Christsozialen befürchten derzeit, sie könnten nach dem Desaster bei der Landtagswahl 2008 nun die Fünf-Prozent-Hürde verfehlen, auch weil viele Stammwähler möglicherweise nicht zur Wahlurne gehen könnten. Zudem liegt der Wahltermin in den bayerischen Pfingstferien.

Zu der Veranstaltung waren auch CSU -Generalsekretär Alexander Dobrindt und Markus Ferber , Spitzenkandidat der Partei für die Europawahl, gekommen. "Wir Deutschen, wir sind der große Nutznießer der europäischen Integration", warb Ferber für die EU .

Zahlreiche Menschen protestierten am Rande der Veranstaltung gegen Merkels Politik. Insbesondere die Milchbauern zeigten sich verärgert, weil die Kanzlerin ihrer Meinung nach dem Verfall der Milchpreise bisher nichts entgegengesetzt hat. "Landwirtschaft ist mehr als nur Lebensmittel produzieren", sagte Merkel. Sie wolle mit Seehofer alles tun, um den Milchbauern zu helfen. Den lautstark demonstrierenden Studenten, die sich gegen Studiengebühren wandten, rief die Kanzlerin zu: "Hört doch mal lieber zu, es geht um Eure Zukunft hier."

dpa

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