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Joachim Herrmann.

Kriminalitätsstatistik

Bayern wird immer sicherer

München - Die Kriminalität in Bayern ist im vergangenen Jahr erneut zurückgegangen. Die Zahl der angezeigten Straftaten sank um etwas mehr als zwei Prozent auf gut 650.000 Taten.

Die Polizei konnte fast zwei Drittel dieser Delikte aufklären, wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch in München sagte. Im Vergleich mit anderen Bundesländern habe der Freistaat die niedrigste Kriminalitätsbelastung und die höchste Aufklärungsquote. Herrmann forderte nach dem Amoklauf von Winnenden und dem tödlichen Familiendrama im Landshuter Landgericht eine schnelle Einführung des geplanten bundesweiten Zentralregisters für Schusswaffen. "Mein Ziel für Deutschland ist, dass wir das schon 2012 erreichen", sagte Herrmann am Mittwoch in München. Die Europäische Union schreibe zentrale Waffenregister in ihren Mitgliedsländern erst vom Jahr 2014 an vor.

Bei der Veröffentlichung der neuen Kriminalstatistik plädierte Herrmann zudem für die biometrische Sicherung von Waffen und Waffenschränken. Im vergangenen Jahr seien bei fast 1200 Delikten im Freistaat Schusswaffen im Spiel gewesen. Insgesamt habe die Polizei in Bayern gut 650.000 Straftaten erfasst. "Nur den Ganoven geht's in Bayern schlechter", sagte Herrmann.

Die Ergebnisse der Kriminalstatistik für 2008 seien vor allem angesichts der Polizeireform erfreulich. Obwohl die Umstrukturierung der Polizei noch im Gange sei, habe Bayern seine Spitzenposition gehalten, sagte Herrmann. Jeder vierte Tatverdächtige - insgesamt fast 80 000 - war jünger als 21. Herrmann sagte: "Besonders alarmierend ist für mich die Tatsache, dass im Jahr 2008 jeder sechste Jugendliche und knapp jeder dritte Heranwachsende bei Tatbegehung unter Alkoholeinfluss stand."

Zur Kriminalität an Schulen sagte Herrmann, nach dem Amoklauf von Winnenden habe es in Bayern 140 Drohungen von Nachahmern gegeben. Gewalttaten hätten an der Gesamtzahl der Straftaten mit 3,3 Prozent zwar einen vergleichsweise geringen Teil, sagte Herrmann. Diese Art von Kriminalität beeinflusse aber das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung besonders stark. Im Jahr 2008 sei 596 Mal tatsächlich geschossen worden und in 577 Fällen zumindest mit einer Waffe gedroht worden. Obwohl diese Zahlen in den vergangenen zehn Jahren um ein Drittel gesunken seien, müssten waffenrechtliche Bestimmungen schärfer überwacht werden, forderte Herrmann.

Wozu der Gebrauch von Schusswaffen führen könne, habe vor gut einer Woche das Familiendrama mit zwei Toten im Landshuter Landgericht gezeigt. Allerdings hatte der 60 Jahre alte Sportschütze die Tatwaffe legal besessen. Dessen ungeachtet forderte Herrmann: "Wir müssen das Thema illegaler Waffenbesitz stärker in den Blick nehmen." Ein bundesweites elektronisches Waffenregister habe den Zweck, den "Werdegang" einer Waffe von ihrer Herstellung bis zum Verkauf kontrollieren zu können.

Wie vergangene Woche bereits Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) brachte auch Herrmann eine biometrische Sicherung von Waffen und Waffenschränken ins Gespräch. Nach Schäubles Willen sollen diese mit elektronisch lesbaren Fingerabdrücken gesichert werden, damit nur noch Berechtigte darauf zugreifen können.

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