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Ein Maiskolben der Sorte MON 810.

In Bayern wird weiter Genmais angebaut

Düllstadt/München - Auch nach dem Verbot der Genmais-Sorte MON 810 wird in Bayern weiter genmanipulierter Mais angebaut.

Der US-Konzern Monsanto wird in Düllstadt (Kreis Kitzingen) nach Angaben der Regierung von Unterfranken an diesem Freitag auf 3,1 Hektar Genmais für einen Freisetzungsversuch aussäen. Das Münchner Umweltministerium lehnt die Versuche ab, ist aber machtlos. Der Bund Naturschutz (BN) forderte nach dem Verbot von MON 810 den sofortigen Stopp für die Aussaat anderer gentechnisch veränderter Pflanzen.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) wurde von den Monsanto-Plänen überrascht. "Die Versuche sind vor zwei Jahren vom Bundessortenamt genehmigt worden", sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums. "Wir haben nachdrücklich ein Verbot gefordert." Da das Bundessortenamt eine Bundesbehörde ist, können die Versuche aber nicht vom Land Bayern gestoppt werden. Der Freistaat habe alle Genehmigungen für Versuche mit Genpflanzen bereits zurückgegeben. Möglich sind die Versuche daher nur noch auf privaten Feldern einzelner Bauern.

MON 810 war die einzige bisher für den Anbau in Deutschland zugelassene Sorte. Es ist jedoch bei Nutzpflanzen übliches Verfahren, den Anbau neuer Sorten vor der Zulassung auf freiem Feld zu testen. Der BN-Vorsitzende Hubert Weiger forderte eine Grundsatzentscheidung von Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU). Sie müsse sich gegen neue Freisetzungen aussprechen. Weiger begrüßte zugleich den Einsatz Seehofers für ein Verbot der genveränderten Amflora-Kartoffel. Das müsse aber auch zum Widerruf für bereits genehmigte weitere Freisetzungen im Freistaat führen, forderte Weiger.

Seehofer sagte am Rande eines Besuches in Nürnberg, er höre von der geplanten Aussaat im unterfränkischen Düllstadt zum ersten Mal. "Ich kann daher keine Ferndiagnose abgeben, weil mir die Sache unbekannt ist." Seehofer bekräftigte gleichzeitig, seine Unterstützung für das Verbot der Sorte MON 810. "Landwirtschaftsminister Helmut Brunner hat konsequent im Sinne von Frau Aigner dieses Produkt verboten. Es darf auch nicht für die Forschung im Freiland angebaut werden", betonte Seehofer. Ein Sprecher der Regierung von Unterfranken in Würzburg sagte zu dem neuen Versuch: "Unser letzter Stand ist, dass am Freitag ausgesät werden soll." Der Regierungsbezirk sei an der Entscheidung nicht beteiligt gewesen. Allerdings sei er jetzt für die Einhaltung sämtlicher Auflagen zuständig. Bei der Aussaat am Freitag sollen daher Mitarbeiter der unterfränkischen Regierung dabei sein - etwa um zu kontrollieren, dass die richtigen Felder eingesät werden. "Wir vollziehen das, was uns rechtlich vorgegeben wird", sagte der Sprecher.

Auf der etwa 3,1 Hektar großen Fläche, über die die Firma Monsanto bei Düllstadt verfüge, würden bereits seit einigen Jahren Versuche mit Genmais durchgeführt. Monsanto ist Weltmarktführer bei Genpflanzen. Der Konzern aus dem US-Bundesstaat Missouri beschäftigt weltweit 17.000 Menschen in mehr als 100 Ländern und ist in der Gentechnik spezialisiert auf Mais, Raps, Soja und Baumwolle. Die deutsche Monsanto-Tochter in Düsseldorf gab auf Anfrage zunächst keine Stellungnahme ab.

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