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Demonstration der Bauern: Bei der Fachtagung der CSU in Immenstadt mit Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner gingen die verärgerten Landwirte massenweise auf die Straße.

Bayerns Landwirtschaftsminister: Bauern kämpfen um Existenz

Immenstadt - Bayerns Landwirtschaft befindet sich nach Einschätzung von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) in einer “dramatischen Situation“. “Für viele Bauern ist es ein nackter Existenzkampf“, sagte Brunner am Samstag beim CSU- Landwirtschaftskongress “Ohne Bauern keine Zukunft“ in Immenstadt.

Er appellierte an die Verbraucher, einen fairen Milchpreis zu akzeptieren. Es sei nicht verantwortbar, dass hochwertige Nahrungsmittel wie Milch zu Schleuderpreisen auf den Markt kämen.

Mit Kuhglockengeläut und Demo-Plakaten wurde Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner bie der Tagung in Immenstadt empfangen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sprach von einer kritischen Situation. Vor allem die Milchbauern seien besonders betroffen. Die Milchpreise seien wegen des weltweiten Überangebots im Keller. Sie bedauerte, dass es Deutschland innerhalb der Europäischen Union nicht gelungen sei, eine Erhöhung der Milchquote zu verhindern. Sie verlangte eine teilweise Rückverlagerung von Entscheidungskompetenzen von der Europäischen Union auf nationale Ebene.

Romuald Schaber, der Vorsitzende des Bundesverbands der Deutschen Milchviehhalter, forderte bei der Milchpolitik ein “Machtwort“ von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). “So kann's nicht weitergehen“, sagte Schaber in einer offen Diskussion unter starkem Applaus von rund 500 Landwirten. Die Milchpolitik müsse auf Bundesebene zur Chefsache gemacht werden. Einzige Lösung sei derzeit eine Marktanpassung durch weniger Milchproduktion. “Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Noch ein paar Wochen, dann ist Ende.“

Vor der Veranstaltung war Aigner von Gentechnik-Gegnern mit Kuhglockengeläut und Trillerpfeifen empfangen worden. Über 200 Demonstranten eines breiten Bündnisses aus Umwelt-, Bio- und Imkerverbänden forderten ein deutschlandweites Verbot des Anbaus von gentechnisch verändertem Mais. Gleichzeitig demonstrierten sie für faire Milchpreise. Sie führten Transparente mit Aufschriften wie “Banken hurra, bald sind keine Bauern mehr da“ und “Wahltage sind Zahltage“ mit sich.

dpa

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