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Bairische Traditionen bleiben zum Glück, der bairische Dialekt dagegen droht auszusterben.

Bye, bye, Bairisch?

Um Gott’s Wuin! Trotz fescher Bairisch-Botschafterinnen wie Biathlon-Ass Magdalena Neuner, trotz Kassenknüllern wie Marcus H. Rosenmüller s Mundart-Film „Wer früher stirbt, ist länger tot“ – unser schöner Dialekt ist vom Aussterben bedroht!

So sieht’s zumindest die UNESCO und stuft in ihrem dritten Weltatlas zu bedrohten Sprachen Bairisch erstmals als gefährdet ein. „Damit ist es quasi offiziell bestätigt. Vielleicht wachen die Leut’ jetzt endlich auf“, sagt Gerhard Holz (62) vom Förderverein Bairische Sprache und Dialekte.

Denn unsere Mundart mag zwar laut Umfragen ungeheuer sexy und neuerdings sogar kultig sein – doch die Zahl waschechter Bayern schrumpft. Besonders in den Großstädten. Laut dem Dialektologen Bernhard Stör sprechen etwa nur noch 1,2 Prozent der Münchner Gymnasiasten Dialekt, von den Hauptschülern sind’s ebenfalls nur 2,6 Prozent.

Kernige bairische Sprüche zum Durchklicken

Eine Auswahl kerniger bairischer Sprüche – plus Übersetzung

Ja, Himmiherrgottsakrament, bei uns gibt’s doch den Artikel 131 der Bayerischen Verfassung, der besagt: „Die Schüler sind in der Liebe zur bayerischen Heimat zu erziehen!“ Fakt ist: Vor zwei Jahren hat das Kultusministerium eine Dialekt-Initiative gestartet. „Doch die Handreichung dazu ist nur in einem Teil der Schulen gelandet“, so Experte Holz. Weiteres Nachhaken gab’s ohnehin nicht. Gerhard Holz spricht deshalb von einer „Feigenblatt-Politik“. Die Misere fängt aber viel früher an. In den – meist – dialektfreien Kindergärten. Und Zuhaus’. Ein niederbayerischer Dialekt-Retter nennt es fast „pervers“, wenn „dialektsprechende Eltern die Muttersprache nicht an die Kinder weitergeben“. Viele machen das wohl aus Verunsicherung – und weil Mundart weithin noch als Makel gilt.

Dabei ist’s ein riesengroßes Plus, seit PISA ist das zweifelsfrei bewiesen! Denn „Zweisprachigkeit“ und vor allem das Wechseln zwischen Dialekt und Hochsprache macht schlau. Es verbessert die Gehirnleistung und die Noten in den Naturwissenschaften. Immerhin: „Bei den Jüngeren steigt wieder die Bereitschaft, Bairisch zu sprechen“, so Experte Gerhard Holz. Immer mehr Jugendliche sind wieder stolz auf ihren Dialekt. Der Sprachpfleger sieht in der ganzen Diskussion deshalb auch „die Chance für einen Neuanfang“.

Für ein neues Bairisch-Bewusstsein und eine Trendwende. Übrigens: In einer Münchner Grundschule gibt’s bereits eine Mundart AG. Laut einer Lehrerin zeigen dabei „besonders auch nichtbairische und ausländische Schüler große Begeisterungsfähigkeit für den Dialekt“.

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