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Karl Freller (links), Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, der ehemalige Häftling des KZ Dachau, Max Mannheimer (Mitte), und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) schneiden das Band vor dem Besucherzentrums der KZ-Gedenkstätte Dachau durch.  

Dachau: Seehofer warnt vor jeder Form von Extremismus

Dachau - Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat bei der Eröffnung des neuen Besucherzentrums in der KZ-Gedenkstätte Dachau alle Bürger aufgerufen, jeder Form von Extremismus und Rassismus entschieden entgegenzutreten.

"Wir sind verantwortlich dafür, dass menschenverachtende Ideologien, Fremdenhass und Antisemitismus bei uns in Deutschland nie mehr Fuß fassen können", sagte Seehofer am Donnerstag bei der Eröffnung des neuen Besucherzentrums in der KZ-Gedenkstätte Dachau. "Was geschehen kann, wenn wir elementare Grundwerte unserer Gesellschaft außer Acht lassen, führt dieser Ort in Dachau vor Augen", sagte Seehofer. Die KZ-Gedenkstätte erinnere an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte. Die Verantwortung zur Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen stelle sich den Deutschen "dauerhaft und immer aufs Neue".

Bilder vom neuen Besucherzentrum

KZ-Gedenkstätte: Neues Besucherzentrum

Die Dachauer Erinnerungseinrichtung ist mit ihren jährlich rund 800.000 Interessierten die bundesweit meistbesuchte KZ-Gedenkstätte. In Dachau hatten die Nazis vor 76 Jahren ihr erstes großes, dauerhaft angelegtes Konzentrationslager errichtet. Bereits am 22. März 1933, nur wenige Wochen nach der Machteroberung durch Adolf Hitler, wurden hier die ersten Häftlinge eingesperrt. Wie viele Menschen im Dachauer KZ in den zwölf Jahren von 1933 bis 1945 ums Leben kamen, lässt sich nicht mehr genau feststellen. Knapp 32.000 Todesfälle sind in den Lagerunterlagen festgehalten. Aber viele Einzelexekutionen und die Erschießung tausender russischer Kriegsgefangener blieben unerfasst.

Historiker gehen davon aus, dass hier insgesamt mehr als 43.000 Häftlinge ermordet wurden. Erst am 29. April 1945, neun Tage vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde das Dachauer KZ von US-Truppen befreit. "Das Leid, das den Menschen hier widerfuhr, ist schlicht unfassbar", sagte Seehofer. Der Auftrag der KZ-Gedenkstätte Dachau laute, "als Ort der Erinnerung an die Leiden der Opfer zu dienen und dazu beizutragen, dass das Wissen über das historische Geschehen im Bewusstsein der Menschen wachgehalten wird". Die Gedenkstätte solle den ehemaligen Häftlingen, ihren Nachkommen und vor allem der jungen Generation zeigen: "Wir vergessen nicht, wir verdrängen nicht, wir relativieren nicht, was hier geschah. Wir stellen uns unserer ganzen Geschichte."

Auch Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerischer Gedenkstätten, rief dazu auf, die Erinnerung an "das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte" wachzuhalten. Präsident Pieter Dietz de Loos vom Comité International de Dachau, in dem ehemalige Häftlinge und ihre Nachkommen organisiert sind, würdigte das Besucherzentrum als ein "Gebäude mit hervorragender Architektur" - es sei ein "Bindestrich zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft". Der Dachauer Oberbürgermeister Peter Bürgel (CSU) sagte, das Gebäude sei der letzte Schritt der 1995 begonnenen Erneuerung der KZ-Gedenkstätte.

Das neue, rund 3,8 Millionen Euro teure Besucherzentrum solle eine erste Anlaufstelle für die Besucher aus dem In- und Ausland sein, sagte Gedenkstättenleiterin Gabriele Hammermann. In dem eingeschossigen Gebäude im Eingangsbereich zur KZ-Gedenkstätte gibt es auf knapp 700 Quadratmetern Nutzfläche neben dem Infocenter auch eine Cafeteria mit Freiflächen und einen Buchladen. Zu den Baukosten kommen noch rund zwei Millionen Euro für die Gestaltung der Außenanlagen hinzu. Mit mehreren Veranstaltungen und Gottesdiensten soll an diesem Sonntag in Dachau an die Befreiung des Konzentrationslagers vor 64 Jahren erinnert werden.

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