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Django Asül drehte beim Maibock-Anstich auf

Django triumphiert beim Maibock-Anstich

Der Nockherberg wankt: Der niederbayerische Kabarettist Django Asül hat den Maibockanstich im Münchner Hofbräuhaus zur erfolgreichen Konkurrenzveranstaltung veredelt.

Franz Maget bekam als erster sein Fett weg. Er habe seine SPD zu einem politischen Phantomschmerz gemacht. Überhaupt: Er lebe in einem Parallel-Universum! Auweia.

Django Asül hat beim Maibock-Anstich im Hofbräuhaus gestern Abend ordentlich Watschn an Politiker jeder Couleur verteilt. Zum zweiten Mal hat der niederbayerische Kabarettist hier derbleckt. Letztes Jahr hatte ihn der damalige Finanzminister Erwin Huber bestellt, der als amtlicher Chef des staatlichen Hofbräu die traditionelle Maibock-Rede nicht selber halten wollte. Zu groß waren die Fußstapfen seines Vorgängers Kurt Faltlhauser.

Auch Finanzminister Georg Fahrenschon wollte den Wortwitz lieber dem Profi überlassen. Dabei zeigte er in seinem Grußwort Talent: „Die Summe aller Grußworte schädigt die deutsche Volkswirtschaft mehr als Schwarzarbeit.“ Und: „Die Einschätzung eines Kabarettisten kann zurzeit mehr weiterhelfen als die von Analysten und Wirtschaftsweisen.“

Bilder vom Maibock-Anstich

Die besten Bilder vom Maibock-Anstich

Immerhin: Das Anzapfen übernahm Fahrenschon mit drei Schlägen selbst. Dann stand endlich Django Asül am Rednerpult, einem überdimensionalen HB-Krug. Und wetterte los: Die FDP sei als Koalitionspartner nur politischer Schaumstoff, ein liberales Placebo! Die Attribute Abnicken, Wegschauen, Ja-Sagen seien keine Indizien für Opportunismus, sondern die Lebensphilosophie der Staatskanzlei. Und die BayernLB die Resterampe! Wie gut, dass Finanzexorzist Fahrenschon jetzt im Amt sei.

Und Horst Seehofer. Dessen Kernsegment sei ja nicht Fachkenntnis, sondern Politik. Ministerpräsident sei Seehofer ja nur geworden, weil sich die anderen Kandidaten sehr intelligent angestellt hätten. Schüttelschorsch Schmid habe im ZDF-Morgenmagazin verkündet: „Ich bin der richtige Mann. Immerhin habe ich das Rauchverbot versaut.“ Goppel habe nachgezogen: „Ich bin der richtige, weil mein Vater es auch war.“ Joachim Herrmann habe auch mitspielen wollen: „Ich wäre der richtige, weil – jetzt is a scho’ wurscht!“

Django Asül hatte die Lacher auf seiner Seite. Und die Sympathien. „Django hat nichts ausgelassen. Großartig“, lobte Fahrenschon, der froh war, dass er nicht in die Rolle des Kabarettisten schlüpfen musste. Faltlhauser schwärmt: „Ich hätte ihm noch eine halbe Stunde länger zuhören können! Feine Formulierungen, spritzige Pointen, ein zugespitzter Witz. Exzellent!“

Auch Hofbräu-Chef Michael Möller ist dem Strahlen nach zufrieden: „Er hat alle aufs Korn genommen, aber leben lassen. Django war nicht gemein.“ So, nicht mal bei Maget? „Der Herr Maget kann das vertragen und ist es ja auch gewöhnt“, findet Möller. Scheint so, jedenfalls lässt sich der SPD-Chef nichts anmerken. Oder fast nichts: „Das war ausgezeichnet! Sehr pointenreich. Django Asül ist halt anders als Michael Lerchenberg. Lerchenberg ist hintergründiger, intellektueller.“

Immerhin: Django habe ihn, Maget, an prominenter Stelle gleich am Anfang erwähnt. Das sei ja auch was. Django Asül behält recht: „Ein Wahlergebnis, dass Herr Maget negativ auslegt, gibt es definitiv nicht.“

Simone Herzner

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