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Ein voller Hörsaal an der Münchner Uni - der doppelte Abitur-Jahrgang wird auch für die Hochschulen eine Herausforderung.

Doppelter Abi-Jahrgang: So werden die Unis gerüstet

München - Bayerns Hochschulen sollen sich mit Hilfe von Überbrückungsmaßnahmen und früherem Studienbeginn für den erwarteten Ansturm des doppelten Abiturienten-Jahrgangs 2011 rüsten.

In insgesamt 250 Studiengängen an Unis und Fachhochschulen soll der sonst im Wintersemester übliche Studienbeginn bereits im Sommersemester 2011 möglich sein, wie Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) am Montag in München sagte. In anderen Fächern soll es Überbrückungsmaßnahmen wie studienvorbereitende Kurse, Praktika und Sprachunterricht geben. Die Staatsregierung wolle ebenso gute Studienbedingungen wie in normalen Abiturjahren bieten.

Die Landtags-SPD warf der Staatsregierung vor, die Lage schönzurechnen. Weder die angekündigten 38 000 neuen Studienplätze noch die 3000 neuen Stellen für die Hochschulen reichten aus. 2011 werden die letzten Absolventen des alten neunjährigen Gymnasiums und der erste Jahrgang des neuen achtjährigen Gymnasiums gleichzeitig die Abiturprüfungen ablegen. Um das zu bewältigen, will die Staatsregierung bis zum Jahr 2013 eine Milliarde Euro ausgeben, um 38 000 neue Studienplätze, 3000 neue Stellen sowie die nötigen Räume zu schaffen. Heubisch bezifferte den Bedarf auf 130 000 zusätzliche Quadratmeter. "Insgesamt kann man sagen, dass wir uns auf einem guten Weg befinden."

Der Wissenschaftsminister sieht keine Probleme, für die 3000 neuen Stellen auch geeignete Bewerber zu finden. "Ich bin absolut sicher, dass wir das schaffen werden." Die SPD-Landtagsabgeordnete Isabell Zacharias dagegen prophezeite, tausende von Studenten würden keinen Studienplatz finden. Nach den jüngsten Berechnungen des Centrums für Hochschulforschung werde es über 73 000 Studienanfänger geben. Die Hochschulen seien "in keinerlei Hinsicht vorbereitet."

Die von der Staatsregierung geplanten 38 000 neuen Studienplätze sollen je zur Hälfte an Universitäten und Fachhochschulen geschaffen werden. Den größten Zuwachs gibt es dabei in Oberbayern, wo in München, Ingolstadt, Weihenstephan und Rosenheim 10 665 neue Studienplätze entstehen sollen. München ist allein durch seine zwei Universitäten der größte Hochschulstandort Bayerns. An der Universität Erlangen-Nürnberg und den übrigen mittelfränkischen Hochschulen entstehen 6480 neue Studienplätze, in Unterfranken 5508. In Augsburg und dem restlichen Schwaben sind es 5142, in Regensburg und der Oberpfalz 4209 neue Studienplätze. An den oberfränkischen Universitäten und Fachhochschulen will die Staatsregierung für 3618 zusätzliche Studenten Platz schaffen, in Niederbayern für 2400.

Langfristig will Heubisch den Hochschulen größtmögliche Eigenständigkeit geben. So plant der FDP-Politiker bereits jetzt, den Hochschulen in der nächsten Wahlperiode ab 2013 Freiheit bei der Berufung neuer Professoren zu geben. Erproben können sollen die Hochschulen das bereits ab diesem Herbst. Bisher hat das Wissenschaftsministerium das letzte Wort. Außerdem will Heubisch die Fachhochschulen aufwerten, den entscheidenden Unterschied zu den Universitäten aber beibehalten: Auch künftig sollen Fachhochschulen keine Promotion anbieten können. "Das Promotionsrecht sehe ich überhaupt nicht kommen", sagte Heubisch.

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