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Ein Kind sitzt am Computer. Experte Pfeiffer würde das untersagen.

Nach Amoklauf in Winnenden

Experte: Computer raus aus Kinderzimmern

München - Eine Woche nach dem Amoklauf von Winnenden hat der Kriminologe Christian Pfeiffer Eltern aufgefordert, Computer, Fernseher und Spielkonsolen aus den Kinderzimmern zu verbannen.

Der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) sprach am Mittwoch in München von "Medienverwahrlosung" und sagte: "Bildschirmgeräte haben in Kinderzimmern nichts verloren". Kinder, die schon früh und intensiv Gewaltspiele konsumierten, seien später deutlich gewalttätiger.

Nach Angaben des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) gelten 16 Prozent aller Grundschüler als verhaltensauffällig. Pfeiffer wies zudem darauf hin, dass Jungen von "Medienverwahrlosung" weit stärker betroffen seien als Mädchen. "Kinder und Jugendliche brauchen Angebote, die interessanter als stundenlanges Fernsehen und Computerspielen sind. Vor allem dürfen sie nicht alleingelassen werden", sagte der Kriminologe.

Er verwies dabei auf die neuen Ergebnisse einer Studie aus Berlin: "Kinder, die schon vor dem Alter von acht Jahren über alle drei Geräte, nämlich Fernseher, PC und Konsole, in ihrem Zimmer frei verfügen können, entfalten sich in ihren Leistungen schlechter". Grundsätzlich sollten Kinder laut Pfeiffer jedoch nicht vom Computer ferngehalten werden. "Es gibt durchaus gute Computerspiele", sagte er mit Blick auf Lernspiele oder kreative Unterhaltungsspiele. Beim Fernsehen komme es auf die Auswahl der Sendungen und die zeitliche Begrenzung an.

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