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Wurden abgehört: Die AngeklagtenWerner M. und Gabriele F.-M.

Prozess vor dem Landgericht

Fall Herrmann: Lauschangriff gegen Verdächtige

Augsburg - Bei den Ermittlungen im Entführungsfall Ursula Herrmann hat es einen Großen Lauschangriff gegeben: Im Juni 2008 wurden die Wohnung und das Auto der Verdächtigen verwanzt und deren Telefon abgehört.

Das kam am Dienstag vor demLandgericht Augsburg bei der Zeugenvernehmung eines Ermittlungsbeamten ans Licht. Die Maßnahme habe aber offenbar keine Erkenntnissen im Hinblick auf das Verbrechen gebracht.

Der 58 Jahre Werner M. ist wegen erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge angeklagt, seine vier Jahre ältere Ehefrau Gabriele F.-M wegen Beihilfe. Beide bestreiten die Tat.

Die zehnjährige Ursula Herrmann war im September 1981 auf dem Heimweg von der Turnstunde entführt und in eine im Wald vergrabene Kiste gesperrt worden. Dort war sie nach Angaben der Gerichtsmedizin wenige Stunden nach der Tat langsam bewusstlos geworden und erstickt.

Der mutmaßliche Entführer war erst rund 27 Jahre nach der Tat angeklagt worden. Der Beamte des Bayerischen Landeskriminalamtes schilderte als Zeuge die Vernehmung der beiden Angeklagten in den Jahren 2007 und 2008. Dabei hätten sich bei dem Hauptbeschuldigten zahlreiche Widersprüche zum Tatort, dessen Alibi und seinen Schulden ergeben.

Seine Frau habe im Juni 2008 erklärt, der Angeklagte habe zur Tatzeit 1981 ein Tonband der Marke Grundig besessen, was dieser bestritten hatte. Über ein solches Tonband, das bei einer Hausdurchsuchung 2007 beschlagnahmt worden war, will die Staatsanwaltschaft den Beschuldigten der Tat überführen.

dpa

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