Fünfter Fall von Schweinegrippe in Bayern

Erlangen/Mallersdorf - Die Zahl der Schweinegrippe-Fälle in Bayern hat sich am Wochenende auf fünf erhöht.

Neben einer Krankenschwester hat der erste bei einer Mexiko-Reise infizierte Deutsche bei seiner Behandlung im Kreiskrankenhaus Mallersdorf- Pfaffenberg (Landkreis Straubing-Bogen) auch einen Zimmernachbarn angesteckt. Damit ist das Schweinegrippe-Virus nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Institutes (RKI) und des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen zum zweiten Mal in Deutschland bei einer Mensch-zu-Mensch-Infektion übertragen worden. Die beiden neu Infizierten hielten sich selbst nicht im Ursprungsland Mexiko auf.

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Bundesweit erhöhte sich die Zahl der bestätigten Fälle von Schweinegrippe am Wochenende auf acht. Außer den fünf Fällen im Freistaat und einem Mann aus Hamburg wurde das Virus nach Angaben des RKI vom Sonntag auch bei einem Ehepaar in Frankfurt an der Oder nachgewiesen. Demnach gibt es in Deutschland darüber hinaus 30 Verdachtsfälle, 2 davon aus Bayern - je 1 in Oberbayern und Mittelfranken. In 12 Fällen im Freistaat hat sich der Verdacht nach Angaben des LGL nicht bestätigt.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Jörg Hacker, sagte am Sonntag, es gebe keinen Grund zur Entwarnung, man solle aber die Lage nicht dramatisieren. Ungeklärt ist bisher, ob der vergleichsweise milde Verlauf der Erkrankung in Deutschland auch damit zusammenhängen könnte, dass es sich bei den deutschen Infizierten bisher nur um jüngere Menschen mit relativ viel Widerstandskraft handelt.

So ist der Patient im neuen bayerischen Fall 38 Jahre alt, die Krankenschwester 42. Die anderen Infizierten aus Bayern waren eine 37-Jährige aus Kulmbach, ein Mann aus dem Raum Freising, dessen Alter mit Mitte 20 angegeben wurde, und ein 37-Jähriger aus Pfakofen bei Regensburg. Außer dem Pfakofener Patienten sind alle anderen Infizierten in Bayern inzwischen wieder gesund. Dies gilt nach LGL- Angaben auch für den neuen Fall des 38-Jährigen. Auch er zeige inzwischen keine Grippe-Symptome mehr.

Medizinisch etwas schwieriger ist nur der Fall des Mannes aus Pfakofen. Der 37-Jährige war zunächst im Krankenhaus Mallersdorf- Pfaffenberg behandelt worden, wo er die Krankenschwester und den Zimmernachbarn ansteckte. Wegen einer anderen Grunderkrankung wurde er dann in eine Regensburger Klinik verlegt, aber auch er hat nach Angaben der Gesundheitsbehörden kein Fieber mehr.

Bei zwei weiteren Mitarbeiterinnen der Mallersdorfer Klinik konnte der Verdacht auf eine Ansteckung mit dem Virus ausgeräumt werden. Zwei RKI-Experten sind mit bayerischen Kollegen zu der Klinik gekommen, um die dortigen Ansteckungen genauer zu untersuchen und eventuell neue Ratschläge zur Vorbeugung geben zu können. Sie wollen unter anderem klären, wie nah der Kontakt zwischen dem 37-Jährigen und der Krankenschwester sowie dem Zimmernachbarn war.

dpa

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