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Mittagessen - oder Business Lunch? Warum muss es immer Denglisch sein?

Kampf gegen Denglisch: "Sei schlau statt blau" 

München - Der Aufruf des Münchner Merkur an seine Leser, sich Alternativen für die englischsprachige Kampagne „Be hard, drink soft“ des Gesundheitsministeriums auszudenken, hat für enorme Resonanz gesorgt.

Das Thema „Denglisch“, wie der auch von Behörden oft genutzte Deutsch-Englisch-Mischmasch genannt wird, regt viele mächtig auf. „Ich finde es furchtbar, dass man in Deutschland zwei Sprachen können muss, um eine zu verstehen“, schreibt uns Ines Maaß. „In Frankreich zahlen Politiker, die sich in Englisch ausdrücken, Strafe. Das wäre auch in Deutschland ganz gut“, schimpft Peter Schlink.

Die Vorschläge der Leser

Kampf gegen Denglisch: Leser-Vorschläge

Ein Leser aus Schongau betont zwar, dass englische Wendungen manchmal treffend und sinnvoll sein können. Das gibt auch Günther Bachmann zu. „Aber leider stehen englische Worte auch ohne zwingenden Grund da, wo es durchaus brauchbare deutsche Alternativen gäbe“, schreibt er uns. Das wäre das Stichwort für die Kampagne „Be hard, drink soft“ des Gesundheitsministeriums.

Die Aktion hat einen wichtigen Hintergrund: Da immer öfter Jugendliche nach sogenanntem Koma-Saufen ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen, soll die Aktion Jugendliche für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol sensibilisieren. Doch den englischen Titel halten viele für verfehlt. Selbst Söder hat nun zugestimmt, der Kampagne, die von einem seiner Vorgänger ersonnen wurde, einen deutschen Titel zu verpassen.

Von dutzenden Merkur-Lesern gab es mehr als 60 Vorschläge, die mal mehr, mal weniger ernst gemeint sind. „Nur Weicheier trinken harten Stoff“ oder „Saufen ist ein schlechter Sport, Gefahr besteht für Männermord“ kommen sicher nicht in Frage, dafür schon eher „Sei schlau, nicht blau“, der in kleinen Abwandlungen gleich vier Mal eingeschickt wurde.

Ein Leser ließ sich vom Fernseh-Quotenhit „Deutschland sucht den Superstar“ (abgekürzt DSDS) inspirieren und machte den Vorschlag „DSDS: Du säufst, du stinkst“. Mehrere Vorschläge gingen auch auf bairisch ein: „Leid, seid’s gscheider, ohne Alkohol kemmt’s weider“, „Ohne Rausch – fesch schaust aus“ oder „Maßhalten statt masshalten – staad, staad, dass uns ned draahd“. Eher nicht in Frage kommen dürfte die Version „Depp! Sauf de tot, dann gibt’s a scheene Leich’“. Im Gesundheitsministerium gab man sich beeindruckt über den Ideenreichtum. „Da können wir uns in Zukunft die Werbeagenturen sparen und fragen lieber die Merkur-Leser“, witzelte eine Mitarbeiterin.

Nach Auskunft einer Sprecherin habe Minister Söder zugesagt, den alten Namen „Be hard, drink soft“ möglichst schnell durch einen Alternativ-Vorschlag unserer Leser zu ersetzen.

Boris Forstner

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