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Der Hase gehört zu Ostern. Doch den Tieren geht es nach Ansicht der Tierschützer schlecht.

Zu Ostern sorgen sich Tierschützer:

Hasen als Wegwerfware

München - Der Hase gehört zu Ostern - umsorgt wird er aber nur als Dekorationsartikel oder als Nascherei aus Schokolade. Den echten Kaninchen und Feldhasen geht es nach Ansicht von Tierschützern schlecht.

Denn als Haustiere würden Kaninchen häufig wie Wegwerfartikel behandelt. Mehr noch: Als Mastkaninchen pferche man sie in viel zu enge Käfige ein, und Feldhasen gehörten in freier Wildbahn trotz zuletzt stabilisierter Bestände immer noch zu den gefährdeten Tieren.

"Wenn wir an den Osterhasen denken, stellen wir uns vor, dass er über grüne Wiesen hoppelt", sagt die Vizepräsidentin des Tierschutzbundes Bayern, Tessy Lödermann. Doch die Realität sei weit entfernt von diesem Idyll. "Uns graut es vor den Wochen nach Ostern." Dann landeten wieder viele zu den Feiertagen verschenkte Kaninchen im Tierheim.

Allein in München warteten zurzeit 300 Kleintiere wie Kaninchen und Meerschweinchen auf neue Besitzer. Im Berliner Tierheim sind es 175, im Frankfurter 60. "Die Tierheime ersticken in Kleintieren", sagt Lödermann. Weil Zwergkaninchen in Zoofachgeschäften und Baumärkten manchmal schon für zehn Euro zu haben seien, kauften viele Eltern diese Tiere, um ihren Kindern einen Wunsch zu erfüllen. Doch der Nachwuchs verliere oft schnell die Lust am neuen Spielgefährten.

Auch in der Industrie gibt es nach Meinung des Deutschen Tierschutzbundes Probleme mit der Haltung von Kaninchen. Als Masttiere hätten die bis zu drei Kilogramm schweren Kaninchen in ihren Käfigen meist nicht mehr als die Fläche eines DIN-A4-Blattes zur Verfügung. Die Drahtböden der Käfige verursachten Schmerzen und Verhaltensstörungen. "Ein Kaninchen muss Männchen machen, hoppeln und Haken schlagen können", fordert Lödermann. In Deutschland werden nach Angaben des Tierschutzbundes jedes Jahr 30 Millionen Kaninchen geschlachtet.

Tierschützer sorgen sich auch um Feldhasen. Zwar seien die Tiere kaum noch vom Aussterben bedroht. Doch die Hasenbestände in Deutschland hätten sich wegen der vergleichsweise milden Temperaturen in den vergangenen Jahren stärker erholen müssen, sagt Kai Frobel, Referent für Artenschutz beim Bund Naturschutz (BN) in Nürnberg.

In Deutschland tummelten sich nach Angaben des Deutschen Jagdschutz-Verbandes (DJV) zuletzt im Schnitt 14 Feldhasen auf einem Quadratkilometer. Zählungen zufolge sind die Hasenbestände regional aber sehr verschieden. Besonders wohl fühlt sich der Feldhase demnach im nordwestlichen Tiefland. In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gibt es auf einem Quadratkilometer mehr als 29 der Tiere, in Brandenburg aber nur fünf.

Grund für die niedrigen Hasenbestände in Ostdeutschland seien landwirtschaftliche Strukturen aus DDR-Zeiten, sagt DJV-Sprecherin Anke Nuy. Äcker und Felder seien dort sehr großflächig. Schützende Hecken fehlten, so dass Feldhasen für Greifvögel, Marder und Füchse leichte Beute seien.

Auf der anderen Seite der Erdkugel gibt es unterdessen ganz andere Probleme. In Neuseeland etwa haben Kaninchen keine natürlichen Feinde, so dass sie sich zu stark vermehren. Weil sie Bauern das Gras für Nutztiere wie Schafe wegfressen, gelten Kaninchen dort als Plage.

dpa

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