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Biobauer, Politiker, Symphatieträger: Sepp Daxenberger (46) aus Waging am See im Kreis Traunstein hat ein großes Kämpferherz

„Ich wünsche ihm alle Kraft dieser Welt“

Alle Kraft dieser Welt – Sepp Daxenberger (46) kann die guten Wünsche von Ministerpräsident Horst Seehofer wirklich gebrauchen.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag leidet – seine Krankheit lässt ihm einfach keine Ruhe. Auf dem Nockherberg wirkte der Urbayer aus Waging am See wieder gezeichnet. Zwar ist der Krebs – gottlob – nicht zurückgekehrt. Aber mit den Folgen der Kombination aus Blut- und Knochenkrebs, an der er 2003 erkrankte, hat Sepp Daxenberger schwer zu kämpfen. Und er kämpft wie ein Löwe. Gegen die Nebenwirkungen der Bestrahlung im Januar. Gegen sein geschwächtes Immunsystem, das bei jedem Virus darnieder liegt. Gegen die akute Nierenbeckenentzündung.

Mit der tz sprach er über seine angeschlagene Gesundheit. Eigentlich wollten die Reporter dem Grünen-Politiker nur zu seiner Adelung bei der Fastenpredigt gratulieren. Michael Lerchenberg hatte ihn als Vorbild für die CSU gelobt: „Der Daxenberger Sepp ist so authentisch bairisch. Der muss keine Lederhosen anziehen, damit man ihm seinen Kampf für die ökologische, bayerische Heimat glaubt.“

Sepp Daxenberger war überrascht – und freilich auch geschmeichelt – ob des unerwarteten Lobs, wie er der tz mit belegter Stimme versicherte.

tz: Wie geht es Ihnen denn, Herr Daxenberger, Sie klingen gar nicht gut? Seine offene Antwort: „Ja, ich bin schon seit Monaten geschwächt. Durch den Krebs habe ich lauter kleine Löcher in der Wirbelsäule. Im Januar haben die Ärzte festgestellt, dass eines der Löcher größer geworden ist, darum musste ich wieder bestrahlt werden.“

Das steckt selbst ein Sepp Daxenberger nicht einfach weg. Noch dazu ist sein Immunsystem seit der Krebserkrankung zerstört. „Ich fange mir ständig alle möglichen Viren ein.“ Die Stammzellen-Transplantationen einmal im Monat sollen die körpereigene Abwehr aufbauen. „Es geht schon besser, aber noch nicht 100-prozentig. Mein altes Immunsystem hat den Kampf gegen die Krebszellen damals nicht geschafft.“

Sepp Daxenberger kämpft. Seine Kollegen – und sogar die politischen Konkurrenten – stehen ihm bei. Ministerpräsident Seehofer, der früher an einer schweren Herzkrankheit litt, sagte der tz: „Ich habe im Landtag in letzter Zeit oft an den Kollegen Daxenberger gedacht. Ich bete für ihn. Er ist ein ungeheuer sympathischer und kompetenter Politiker.“

Auch Wirtschaftsminister Martin Zeil schätzt Daxenberger. „Ich habe sehr bewundert, wie er trotz seiner gesundheitlichen Probleme seine Wahlkampagne durchgezogen hat. Wir wünschen ihm viel Kraft.“ Grünen-Chefin Claudia Roth: „Dass der Sepp trotz seiner Probleme auf den Nockherberg gekommen ist, ist einfach bewundernswert. Und das bewundern nicht nur wir Grüne, sondern viele Menschen über die Parteigrenzen hinweg. Ich glaube, der warme Empfang hat ihm gut getan.“

S. Herzner/ A. Beez

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