Landesentscheid "Schüler experimentieren"

Jungforscher beweisen:Gummibärchen eignen sich als Klebstoff

Dingolfing - Gummibärchen sind süß und klebrig. Wie gut die süßen Dinger kleben, haben die Gymnasiasten Frederic Dufner und Linus Reisner aus Bayreuth am Dienstag beim 15. Landesentscheid “Schüler experimentieren“ gezeigt.

Die beiden Buben wollten wissen, ob sich die Bärchen auch als Klebstoff eignen. “Ja! Und zwar ziemlich gut“, erklärte der zehnjährige Frederic. Bei entsprechend langer Trockenzeit und ausreichend großer Klebefläche würde der Kleber sogar die Last eines erwachsenen Menschen von 80 Kilogramm halten. Der Gummibärchenverbrauch soll sich bei den Experimenten übrigens in Grenzen gehalten haben. “Während der Versuche haben wir eigentlich nie welche gegessen“, betonte der elfjährige Linus.

Beim Wettbewerb in Dingolfing war der Stand der beiden Oberfranken am Dienstag allerdings dennoch ein begehrtes Ziel von Naschkatzen und Gummibärchen-Räubern.

Insgesamt waren 72 Jugendliche beim diesjährigen Jungerfinder-Treffen am Start. Viele nahmen bereits zum zweiten oder dritten Mal teil. Dementsprechend professionell treten die kleinen Forscher auf. Einige stellten ihr Projekt mit bunten Broschüren vor, andere hatten aufwendige Computer-Präsentationen.

Nur 15 Mädchen unter den Endrundenteilnehmern

Unter den Endrundenteilnehmern waren heuer nur 15 Mädchen - weniger als in den Vorjahren. Dies sei aber kein allgemeiner Trend, sondern “reiner Zufall“, betonten die Organisatoren.

Der neunjährige Luis Pflaumer von der Isar-Volksschule in München war in diesem Jahr der jüngste Teilnehmer. Mit seinem ein Jahr älteren Freund Sebastian Winkler hat er das Modell einer neuartigen Achterbahn gebaut. “Wir wollten wissen, wie ein Wagen konstruiert sein muss, um beim Kopfüberfahren in der Achterbahn nicht aus der Spur zu fallen“, erzählt Luis. Das Geheimnis des “Silver Blitz XY“ der Grundschüler steckt nun im Fahrwerk: “Drei Kugellager braucht der Wagen auf jeder Seite.“

Auch Archäologie kann spannend sein

Die Freundinnen Teresa Mittermair und Julia Ettlinger aus Forstinning (Landkreis Ebersberg) beschäftigten sich mit einem etwas trockeneren Thema, der Archäologie. Sie hatten in der Schule etwas über Römer gelernt, machten sich dann in ihrem Heimatort auf die Suche nach den Resten von zwei Römerstraßen, und wurden auch fündig. Die Ergebnisse wurden hinterher sogar von Denkmalschützern überprüft und bestätigt. Die elf und zwölf Jahre alten Schülerinnen fanden es gar nicht langweilig, sich mit Geschichte zu beschäftigen: “Es ist spannend zu wissen, wie die damals mit Steinen eine Straße gebaut haben, weil das ja heute mit Teer gemacht wird“, meint Julia.

Die beiden 14 Jahre alten Gymnasiasten Alexander Nieto und Fabian Albert aus dem unterfränkischen Bad Kissingen haben sich überlegt, wie man den ohrenbetörenden Lärm an Flughäfen sinnvoll nutzen kann. Ihre Lösung des Problems sind “Schallsammler“. Dies sind große Platten mit Magneten, die entlang der Start- und Ladebahnen aufgestellt werden könnten. Die Platten würden durch den Schall in Bewegung versetzt und die Magnete würden dann per Induktion Strom erzeugen. So kann der Fluglärm zur Lösung des Energieproblems beitragen, und einen angenehmen Nebeneffekt gäbe es auch: “Die Konstruktion dämmt den Schall und es wird leiser“, erklärt Alexander.

Junginformatiker machen Schulcomputer sicherer

Eine Lösung zum Jugendschutz haben Vincent Sigulla (13) und Jonah Lindner (14) vom Gymnasium Starnberg gefunden. Die beiden Junginformatiker entwickelten eine Möglichkeit, dass Kinder auf Schulcomputern ins Internet gehen können, ohne auf unerwünschten Seiten zu landen. “Wir haben uns geärgert, dass der Computerraum immer von Schülern besetzt war, die dort gespielt und nicht gearbeitet haben“, erzählt Vincent. Dank des Programms “Xentia“ ist nun Schluss damit, auch die beliebten Jugendforen können nicht mehr aufgerufen werden. Allerdings kommt die Idee nicht bei allen Mitschülern gut an. “Die Meinungen sind gespalten“, berichtet Jonah. “Manche ärgern sich, dass sie nun nicht mehr spielen können.“

Von Flora Jädicke und Ulf Vogler, dpa

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