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Agrarminister Brunner nimmt eine DNA-Probe - von einem Baumstamm.

Kampf den Brennholz-Dieben: DNA-Test für Bäume

Moosach - Die Staatsregierung setzt im Kampf gegen Holzdiebe jetzt auf den genetischen Fingerabdruck für Bäume. Mittels DNA-Analyse könne geschlagenes Holz dem ursprünglichen Wurzelstock und damit dem Besitzer zugeordnet werden

Der Waldbesitzer war wütend. Im Hof des Nachbarn lag Holz, viel Holz – sein Holz. Der Waldbesitzer ahnte, dass der Nachbar ein Brennholzdieb ist. Er konnte es nur nicht beweisen, die Sache auf sich beruhen lassen wollte er jedoch auch nicht, deswegen wandte er sich an das Bayerischen Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht (ASP) in Teisendorf. Die Experten waren zunächst auch ratlos, aber durch seine Anfrage gab der Waldbesitzer den Anstoß für eine Innovation: ein DNA-Analyseverfahren, ein „genetischer Fingerabdruck“ für Holz.

In einem Wald bei Moosach (Kreis Ebersberg) konnte der bayerische Forst- und Landwirtschaftsminister Helmut Brunner das neuartige Verfahren nun vorstellen. Nach rund sechs Jahren Forschung. Damit ist es bayerischen Wissenschaftlern nach eigenen Aussagen erstmals in Europa gelungen, geschlagenes Holz zweifelsfrei dem ursprünglichen Wurzelstock und damit dem Besitzer zuzuordnen. Der Minister zeigte im Moosacher Wald sein handwerkliches Potential – und zwirbelte ein Drehwerkzeug in einen gefällten Baum, um dem Stamm einen Holzsplitter zu entnehmen. Dieser Splitter, im Labor ausgewertet, reicht, um die Herkunft zu bestimmen. „

Die Ermittlungsbehörden der Polizei sollen bereits Interesse an der Methode haben“, sagte Brunner. Ein solcher DNA-Test soll rund 40 Euro kosten. Der CSU-Politiker ist überzeugt, dass „allein die Beweismöglichkeit Langfinger künftig abschreckt“. Dr. Monika Konnert, Leiterin des ASP, berichtete, dass zwei Diebstähle aufgrund der Methode aufgeklärt werden konnten. Die Chemikerin hat schon weitere Anwendungsfelder der Erbgut-Analyse im Blick. „Die Franzosen interessieren sich dafür, welche Herkunft ihre wertvollen Eichenfässer haben“, sagte sie.

Von Stefan Sessler

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