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Über insgesamt 13 Stützen gleiten die 87 Vierersessel des „Kandahar-Express“ hinauf zum Kreuzjoch. An der Bergstation (1719 Meter) beginnt der Herrenstart bei der Ski-WM 2011. Die Damen starten von der Mittelstation aus, die im Bereich der legendären „Kurve“ der alten Kreuzjochbahn entsteht.

Modernste Technik zur Ski-WM 2011

Spatenstich für „Kandahar-Express“

Garmisch-Partenkirchen - Die Kreuzjochbahn ist passee – künftig geht es mit dem „Kandahar-Express“ der Bayerischen Zugspitzbahn hinauf zum 1719 Meter hohen Kreuzjoch.

Die kuppelbare Vierersesselbahn mit Sitzheizung ist das neue Aushängeschild für die Ski-WM 2011.

Der Ex-Skiprofi Michael Veith staunte nicht schlecht. Bei der Ski-WM 1978 hatte er auf der Kandahar-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen die Silbermedaille geholt. Zum Startpunkt brachte ihn die damals nagelneue Kreuzjochbahn. Doch heute, 21 Jahre später, hält die Bahn den Anforderungen nicht mehr stand. Der Doppelsessellift und der Olympiaschlepplift, ebenfalls für die Ski-WM 1978 in Betrieb genommen, machen Platz für den neuen „Kandahar-Express“. Zum Spatenstich auf der in 1200 Meter Höhe gelegenen künftigen Talstation hatten die Verantwortlichen jetzt auch Michael Veith geladen, der das Vorhaben – trotz seiner schönen Erinnerungen an 1978 – begrüßte: „Der Neubau der Anlage ist unerlässlich, sowohl für Freizeitsportler als auch für den Rennsport“, erklärte die Skilegende im Beisein von Miriam Vogt, Präsidentin des Bayerischen Skiverbandes, und Stützpunkttrainer Heinz Mohr.

Rechtzeitig zum diesjährigen Saisonbeginn soll die ultramoderne, acht Millionen Euro teure Sesselbahn in Betrieb gehen. Künftig schweben Freizeit-Skifahrer und Profi-Rennläufer auf geheizten Sitzen die 1450 Meter lange Strecke hinauf zum Ziel. Dabei überwindet die Bahn einen Höhenunterschied von 537 Metern, fast doppelt so viel wie der alte Sessellift. Rund 2000 anstatt wie bislang 570 Wintersportler kann der „Kandahar-Express“ pro Stunde auf das Kreuzjoch befördern.

Thomas Schmid , der Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen , erhofft sich dadurch auch eine gewisse Entzerrung – speziell auf den Pisten am Kreuzwankl. So notwendig der neue „Kandahar-Express“ für die Abwicklung der Weltcuprennen und der Ski-WM 2011 ist, „er ist mit Sitzheizung und automatischer Kindersicherung auch ein komfortabler Lift für die Normal-Skifahrer“, erklärte Schmid beim Spatenstich.

Besondere Bedeutung kommt der Mittelstation unterhalb des Trögellifthanges zu. In diesem Bereich wird der Mittlere Skiweg verbreitert, so dass die Wintersportler vom Kreuzeck und der Kreuzjochbahn ab hier gemeinsam die Talabfahrten „Olympia“ und „Kandahar“ und die Zufahrt zu den Startplätzen der Weltmeisterschaftsstrecken nutzen können. „Dem weniger Geübten erschließen wir so die schönen flachen Hänge der Olympiaabfahrt“, erklärte Schmid.

Die acht Millionen Euro, die für den Neubau des „Kandahar-Express“ zu Buche schlagen, trägt zur Hälfte die Bayerische Zugspitzbahn mit Unterstützung der Gemeindewerke. Zwei Millionen Euro werden vom Olympia-Komitee beigesteuert. Der Rest soll über Zuschüsse von Bund und Land abgedeckt werden. Gebaut wird die neue, deutschlandweit einzigartige Anlage von der Südtiroler Firma Leitner. Derzeit wird im Bereich der Mittel- und Talstation gearbeitet (kleines Foto). Die Montage des 2900 Meter langen durchgehenden Stahlseils und das Einhängen der Sessel soll bis Mitte Oktober erledigt sein. Im Anschluss erfolgen der Betriebsversuch und die Abnahme der Anlage, die ab dem frühen Winterbeginn laufen soll. Jetzt hoffen die Verantwortlichen nur noch, dass alles nach Zeitplan läuft.

Günther Schneider

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