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Julian (10) vor der OP: Eine Chemo-Therapie nahm ihm die Haare.

Julian (10) hat eine seltene Immunkrankheit

Kleiner Jannik rettet schwer kranken Bruder

Heldenstein - Der kleine Julian (10) hat es geschafft: Das Knochenmark, das ihm sein dreijähriger Bruder Jannik gespendet hat, ist angewachsen. Damit ist der Bub aus Heldenstein (Kreis Mühldorf), der an einer seltenen genetisch bedingten Immunkrankheit leidet, auf dem Weg der Heilung.

Julian mit einem Teddy, den ihm seine Oma gehäkelt hat.

Erinnern Sie sich noch an den tapferen kleinen Julian aus Heldenstein, über den wir vor sieben Wochen ausführlich berichteten? Der zehnjährige Bub hat von Geburt an kein Immunsystem. Seine einzige Hoffnung war eine Knochenmarkspende seines dreijährigen Bruders Jannik – ausgerechnet Jannik, der fast gar nicht auf die Welt gekommen wäre. Denn auch er hatte eine 50-prozentige Chance, an der chronischen Granulomatose zu erkranken, weshalb es lange Diskussionen gab, ob man das Risiko eingehen will. Doch es ging gut, Jannik ist gesund – und zugleich noch der ideale Spender für seinen großen Bruder.

Vor sieben Wochen musste Julian den Gang in die Klinik antreten. Vergangene Woche nun haben die Ärzte in der Münchner Kinderklinik festgestellt, dass das gespendete Knochenmark angewachsen ist. Julian durfte daraufhin aus seiner Isolation in eine sogenannte „Elternwohnung“ umziehen und könnte vielleicht schon in drei bis vier Wochen wieder nach Hause kommen.

Für Julians Eltern, Ramona und Werner Steiger, bedeutete diese Nachricht natürlich ein riesiges Glücksgefühl. „Das kann man gar nicht beschreiben“, sagt die Mama freudestrahlend. Überhaupt geht es der Familie um einiges besser als vor sieben Wochen. Da wurden sie fast von den vielen Sorgen erdrückt. Zum ungewissen Ausgang von Julians Operation gesellten sich ein großer finanzieller Druck und Zukunftsangst. Niemand wusste damals, woher die dringend benötigten Mittel zum Beispiel für die Renovierung des Mietreihenhauses kommen sollen. Denn die Anforderungen an das Zuhause, in das Julian zurückkehren darf, sind hoch: Möglichst keimfrei und pflegeleicht soll alles sein.

Streichen für Julian: Schwesterchen Angelina, Brüderchen Jannik, Mama Ramona und Opa Tibor.

Heute sieht die Sache vollkommen anders aus, und daran hat die große Hilfsbereitschaft auch unserer Leser einen großen Anteil. Mit Spenden wird mittlerweile schon fleißig renoviert im Hause Steiger. Teppichböden werden herausgerissen, neue Möbel sind bestellt und die Wände warten auf ihren Anstrich mit Spezialfarbe. „Ich hätte nie geglaubt, dass wir so viel Unterstützung kriegen. Ich bin immer noch total überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft. Ich kann nur tausend Mal Danke sagen an alle, die uns so toll unterstützen“, erklärt Ramona Steiger.

Eigentlich will sie gar niemanden großartig hervorheben. Familie, Nachbarn, Bekannte, Bürgermeister Helmut Kirmeier, der für Julian das Spendenkonto eingerichtet hat, aber auch „wildfremde“ Menschen, die von Julian gelesen und beispielsweise einen Brief mit aufmunternden Worten, manchmal begleitet von Bargeld, geschickt haben – sie alle trugen und tragen ihren Teil zum neu eingekehrten Glücksgefühl bei.

Die Hilfsbereitschaft erstreckt sich von Geldspenden über Krankenhausbesuche bis hin zu einem ehemaligen Malermeister, der jetzt im Kollegenkreis „hausieren“ geht, um die teure keimfreie Farbe herbeizuschaffen. Bei einem Benefizfrühschoppen stellte das ganze Dorf Heldenstein seine Solidarität zu Julian unter Beweis. 600 Besucher sorgten dafür, dass das Spendenkonto weiter aufgefüllt wurde.

Und eine Leserin sei noch erwähnt, die selbst nicht genug Geld übrig hatte, um die kaputte Batterie ihres Autos zu ersetzen, die es sich aber dennoch nicht nehmen ließ, fünf Euro per Post zu schicken.

Hilfe für die Familie

Noch immer kann Julian Hilfe gebrauchen: Konto-Nummer: 201601776, BLZ: 71061009, VR-Bank Heldenstein, Stichwort: Julian

Edi Hutterer

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