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Alois Mannichl  kritisiert die Arbeit seiner Kollegen.

Mannichl kritisiert Öffentlichkeitsarbeit der Ermittler

Passau/München - Der Passauer Polizeichef Alois Mannichl hat drei Monate nach dem auf ihn verübten Mordanschlag erneut die Öffentlichkeitsarbeit seiner ermittelnden Kollegen kritisiert.

An den Ermittlungen habe er zwar nichts auszusetzen, sagte Mannichl in einem Interview mit der “Süddeutschen Zeitung“ (Samstagsausgabe). “Ich kritisiere nur, dass Ermittlungsdetails zum Teil falsch in der Öffentlichkeit dargestellt wurden.“ Seine Familie und er seien zu Tätern gestempelt worden, obwohl es keinen einzigen Sachbeweis gegen sie gegeben habe. “Das ist doch das Perverse.“

Mannichl geht weiterhin davon aus, dass der gesuchte Messerstecher ein Neonazi ist. “Ein strammer, durchgeknallter Rechtsradikaler“, sagte Mannichl. “Sie hätten seine Augen sehen sollen.“ Er gehe nicht davon aus, dass der Täter ein Auftragskiller der organisierten Kriminalität war. Einen derartigen Angriff hätte er nicht überlebt, sagte Mannichl.

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Polizeidirektor Mannichl niedergestochen

Mannichl war im Dezember vor seinem Wohnhaus in Fürstenzell bei Passau niedergestochen und schwer verletzt worden. Auf den flüchtigen Täter gibt es bislang keinen konkreten Hinweis. Zunächst war ein Racheakt eines Neonazis vermutet worden, weil Mannichl zuvor wegen Polizeieinsätzen gegen Rechtsextremisten in Niederbayern aus der rechten Szene heraus angefeindet wurde. Zudem soll der unbekannte Messerstecher Mannichl mit einer rechten Hassparole beleidigt haben. Bewiesen ist der extremistische Hintergrund des Falls allerdings nicht. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die Ermittlungsgruppe in dem Fall von 50 auf 30 Beamte reduziert wird.

Den Ermittlern warf Mannichl unter anderem die Bezeichnung der Tatwaffe als “Lebkuchenmesser“ vor. “Für die Neonazis wurde das damit gleich zum Instrument des Spotts.“ Er habe nie behauptet, dass seine Familie den Brauch pflege, mit diesem Messer Lebkuchen aufzuschneiden. Vielmehr habe er die spätere Tatwaffe nach einer Adventsfeier in der Nachbarschaft zufällig auf dem Fensterbrett vergessen.

Zugleich zeigte Mannichl Verständnis dafür, dass die Polizei mit Blick auf eine mögliche Beziehungstat auch gegen seine Familie ermittelte. “Je härter ermittelt wird, desto besser“, sagte Mannichl. “Jeder Zweifel muss aufgeklärt werden, sonst bleibt ein fader Beigeschmack, dass etwas unter den Tisch gekehrt wird.“ Allerdings warf der den Ermittlern vor, seine Kinder zu spät aus dem Verdächtigenkreis genommen zu haben, obwohl ihre Unschuld früh festgestanden habe.

dpa

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