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Alois Mannichl wird Kripochef

Mannichl soll Kripochef in Niederbayern werden

Passau/München - Rund ein halbes Jahr nach der Tat ist die Messerattacke auf Alois Mannichl noch immer nicht aufgeklärt. Derweil macht das ehemalige Opfer Karriere. Droht ein Interessenskonflikt?

Über 600 Hinweisen aus der Bevölkerung ist die Soko „Fürstenzell“ nachgegangen – ohne Erfolg. Der eine entscheidende Tipp, der den angeblich rechtsradikalen Täter überführen könnte, blieb aus. Die Soko scheint spurlos zu sein. Am 13. Dezember vergangenen Jahres hatte ein Unbekannter den Passauer Polizeichef Alois Mannichl niedergestochen.

Obwohl das Verbrechen noch immer nicht aufgeklärt ist, soll Mannichl jetzt oberster Kripo-Chef Niederbayerns werden. Wegen einer 2003 beschlossenen Reform wird die Polizeidirektion in Passau jetzt aufgelöst. Ab heute übernimmt die Direktion in Straubing die Einsatzzentrale. Als ehemaliger Passauer Polizeichef braucht Mannichl damit einen neuen Job. Der scheint bereits gefunden: Mannichl soll Leiter des Sachgebiets E 3 im neuen Präsidium in Straubing werden.

E 3 – das bedeutet Verbrechensbekämpfung. Die Beförderung zum leitenden Polizeidirektor steht an. Die endgültige Entscheidung wird der Hauptpersonalrat „demnächst“ treffen, bestätigt Holger Plank vom Innenministerium. Ein positives Urteil gilt als sehr wahrscheinlich. Das Opfer eines ungeklärten Mordanschlags wird oberster Kriminaler – droht da nicht ein Interessenskonflikt? „Das ist nicht vollkommen von der Hand zu weisen“, gibt Plank zu, betont aber: „Die Soko ist beim Landeskriminalamt angesiedelt, nicht bei der Kripo.“

Sollte Mannichl den Job in Straubing bekommen, könne er deswegen noch lange keinen Einfluss auf die LKA-Beamten ausüben. Auch die Gerüchte, die Stelle sei nur eine Übergangsstation in Richtung Innenministerium, weist Plank zurück. Gerüchte sind unterdessen hoch im Kurs. Mehrere Medien berichteten, dass die Soko „Fürstenzell“ praktisch am Ende sei. Die meisten Beamten sollen Passau angeblich demnächst verlassen und zurück nach München. Alles Unsinn, meint das LKA. „Wir würden gern einen Großteil der Beamten zurückholen, können es aber noch nicht“, sagt Sprecher Ludwig Waldinger. Weiterhin seien rund 30 Beamte vor Ort. Es gebe zwar keine „heiße Spur“, aber zumindest eine, die Ermittlungen vor Ort notwendig machten. Wie andere Medien auf die Idee gekommen sind, die Soko ziehe aus Passau ab, ist Waldinger schleierhaft: „Uns hat kein Mensch deswegen befragt.“

Von Thomas Schmidt

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