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Mieten könnten in den nächsten Jahren um bis zu 30 Prozent steigen.

Mieten werden 30 Prozent teurer

München - Mit massiven Steigerungen der Wohnungsmieten rechnet der Verein der Haus- und Grundbesitzer. Gegenwärtig werde der Wohnraum jährlich um rund sieben Prozent teurer.

Im Verlauf der Jahre von 2007 bis 2011 würden die Mieten im Durchschnitt um 30 Prozent steigen, sagt Rudolf Stürzer, Chef von „Haus + Grund“ voraus. Stürzer zieht diesen Zeitraum heran, weil 2007 und 2011 eine Anpassung des Mietspiegels durch die Erhebung von Marktdaten fällig war beziehungsweise sein wird. Dazwischen wird das Zahlenwerk nur durch einen rechnerischen Aufschlag aktualisiert, wie erst vor einigen Wochen (wir berichteten) geschehen.

In diesem Jahr wurde ein durchschnittliches Plus von 6,25 Prozent eingerechnet Der Mietspiegel ist maßgebend bei Mieterhöhungs-Begehren. Nur die Gerichte können in besonderen Einzelfällen davon abweichen. Auf dem Immobilienmarkt hat sich der Wind gedreht. Die Anleger suchen händeringend Wohnhäuser zum Kauf. Zuvor wollten besonders viele Hauseigner verkaufen, fanden aber nicht genügend Interessenten. Diese „Flucht in die Sachwerte“ sei von der Finanzkrise beflügelt worden, sagt Stürzer. Der Handel geht allerdings in manchen Fällen zäh vonstatten. Wer nicht wenigstens 30 oder 40 Prozent Eigenkapital bei der Bank vorweist, bekommt oft kein Darlehen. Die Banken bedrängen ihre Kreditnehmer, von den Mietern zu holen was zu holen ist, um ihre Darlehen zu sichern.

Die neuen Hausbesitzer folgen meist willig, um ihre Bank als Finanzquelle bei Laune zu halten. Dazu kommt die anhaltende Flaute beim Wohnungsbau. 7000 Einheiten sollten nach dem Willen der Stadt jedes Jahr bezugsfertig werden, um die Miet-Inflation einigermaßen zu dämpfen. Doch der Neubau brachte es in den letzten Jahren nur auf jeweils 4000 bis 5000 Wohnungen. Die Situation begünstige auch gefährliche Geschäfte, warnt Rudolf Stürzer. Immer mehr Wohnungskäufe entpuppen sich für den Abnehmer als böser Reinfall. Es geht oft um Objekte minderer Qualität aus den 60er-Jahren. Die Käufer fallen aus allen Wolken, wenn sie zu spät entdecken, dass etwa für energetische Aufrüstung keinerlei Rücklagen gebildet worden sind. Dann aber ist es meist schon zu spät. Die für 1500 oder 2000 Euro pro Quadratmeter erworbene „günstige“ Wohnung ist zur einer sündteuren Falle geworden. Stürzer: „Die Zwangsversteigerung ist vorprogrammiert.“

Eberhard Geiger

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