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Spessart-Killer Alexander Renz: Seit Juli 2008 ist er auf der Flucht 

Der Spessart-Killer narrt weiter die Polizei

Der Spessart-Killer ist wieder zurück! Schon zum zweiten Mal innerhalb von nur zwei Monaten ist Alexander Renz (36) in seiner alten Heimat aufgetaucht – und wieder ging er den Fahndern durch die Lappen…

Seit dem 25. Juli 2008 sucht die unterfränkische Polizei mit einem internationalem Haftbefehl nach dem mutmaßlichen Mörder von Carmen S. (33). An jenem Morgen lag die schöne Rezeptionistin des Schlosshotels in Mespelbrunn erstochen auf dem Parkplatz vor dem Hotel. Der Täter war schnell identifiziert: Alexander Renz. Er hatte der Mutter von drei Kindern vergeblich den Hof gemacht – und er hatte schon einmal eine Frau entführt!

Doch seit dem Sommer spielt Renz, der bei der Laienschauspieltruppe „Die Spessarträuber“ mitgemacht hatte, mit den Ermittlern reales Räuber und Gendarm. Ein echtes Schurkenstück leistete er sich Montag Früh gegen 4 Uhr: Auf einmal tauchte er in seinem Elternhaus in Mespelbrunn auf, forderte von seinen Verwandten Geld und EC-Karten. Würzburgs Polizeisprecher Heiko Sauer: „Er stellte seine Forderungen unter Androhung von Gewalt, konnte Bankkarten erbeuten.“

Nach dem Überfall fuhr er mit seinem vor der Tür geparkten alten Opel Astra weg: In dem silberfarbenen Auto war Renz nach dem Mord geflüchtet. Man fand es schließlich in einem Parkhaus, untersuchte es auf Spuren und gab es anschließend der Familie von Renz wieder zurück. Polizisten, die von der Familie alarmiert worden waren, sahen sogar noch das Auto. Sie erkannten auch das vertraute Aschaffenburger Kennzeichen (AB-LT 882) – doch eine Festnahme sprang nicht heraus.

Renz hängte die Beamten mit rasender Geschwindigkeit ab und ist seitdem erneut verschwunden. So wie bereits im Januar, als er schon einmal in seiner alten Heimat auftauchte und bei Freunden um Unterschlupf bat.

Die Stimmung ist in der Gegend inzwischen aufgeheizt. Das zeigt auch der Fall von Gerhard Ehser (49), der den Flüchtigen angeblich kennen soll: Auf der Suche nach dem Frauenmörder stürmte ein SEK-Kommando sein Schlafzimmer, ließ dann den blutenden Mann eine halbe Stunde gefesselt auf dem kalten Boden. Renz fanden sie nicht.

Nun wächst vor allem bei den Angehörigen von Carmen S. die Angst: „Renz weiß, wo ihre Kinder leben“, sagt ihre Mutter Kristina Bauer verzweifelt. Sie schreckt jedes Mal zusammen, wenn es an der Tür läutet. Trotz dieser Angst appelliert sie an den Täter, sich zu stellen: „Es muss ein Ende geben – damit unsere Familie Ruhe findet.“

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