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„Bitte Wege nicht verlassen“ steht auf dem Warnschild im Kiental bei Andechs, doch immer wieder stürzen Menschen ab.

Kiental bei Andechs: Zwei Verletzte in zwei Tagen

Nach dem Bier droht der Absturz

Seit Jahren ist das Kiental bei Andechs (Landkreis Starnberg) Schauplatz von Abstürzen. Am Mittwoch verlor wieder ein Mann aus Landsberg den Halt und stürzte in die steile Schlucht hinab, tags darauf ein Olchinger. Bürgermeisterin Anna Neppel: „Da müssen wir sehen, was wir tun.“

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Landsberger stürzt 20 Meter tief

Es ist eigentlich eine schöne, kurze Tour, die nicht nur Mountainbiker schätzen: durch das Kiental. Vom Herrschinger Bahnhof führt ein etwa einstündiger Wanderweg – vorbei an der Kirche St. Martin – bis zum Kloster Andechs. Aber das Kiental kann auch anders, steil schroff und rutschig sein. Das erfuhr jetzt ein 22-jähriger Mann aus Landsberg am eigenen Leib. Am Mittwochabend stürzte er zirka 20 Meter in die Tiefe und kam mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Am nächsten Tag musste die Feuerwehr einen 31-Jährigen Olchinger bergen. Häufig ist Alkohol im Spiel.

Und genau hier liegt das Problem, erklärt Gregor Mauerer: „Die Leute, die da hinunterfallen, sind kräftig angeheitert und wissen nicht mehr, dass es auf einmal ganz schön abschüssig werden kann.“ An einigen Stellen geht es 50 Meter senkrecht abwärts. „Ein Fehltritt genügt und schon geht’s nach unten“, ergänzt der Kommandant der Feuerwehr Erling. Lebensgefährlich ist vor allem der kiesige Untergrund, „manchmal könnte man direkt auf Felsbrocken prallen“. Viele glaubten, es sei ein ganz normaler Spaziergang, so Mauerer.

Schilder an Bäumen mit der Aufschrift: „Bitte die Wege nicht verlassen, bereits elf Tote“, machen schon auf die Gefahr im Kiental aufmerksam. Keine Wirkung brachte das offenbar vor vier Jahren, als ein alkoholisierter Neuseeländer den Tod in der Schlucht fand. Kloster-Pressesprecher Martin Glaab sagt: „Wir versuchen immer wieder, die Leute zu angemessenen Alkoholkonsum zu bewegen“ und nennt ein Beispiel: Über der Bierschenke des Bräustüberls – für viele Wanderer eine beliebte Einkehr – steht der Spruch „Denk’ daran, dass Du heute noch Autofahren musst.“

Das Gelände vollkommen zu sichern, sieht Andechs Bürgermeisterin Anna Neppel nicht als optimal an: „Dann müsste man das ja am Herzogstand auch machen, da ist es auch wie im Hochgebirge.“ Denkbar wäre für sie eher, den Gang durchs Kiental ab zirka 21 Uhr zu verbieten. Der Grund: Nachts sei es stockdunkel und besonders für Ortsunkundige gefährlich. „Wir werden darüber nochmal nachdenken“, so Neppel.

von Simone Singer

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