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Kurz vor dem Zusammenbruch: Das Bild vom Zugspitzlauf 2008 zeigt eine völlig erschöpfte Läuferin in Rettungsfolie gehüllt, die von anderen Laufteilnehmern gestützt wird.

Nach zwei Todesfällen: Berglauf auf Zugspitze findet wieder statt

Garmisch-Partenkirchen - Zwei Menschen haben den Tod gefunden, neun Sportler waren stark unterkühlt und erschöpft. Der Zugspitzlauf 2008 endete in einer Katastrophe. Trotzdem findet der Lauf in diesem Jahr wieder statt.

„Ich wollte eigentlich nicht mehr. Aber es gab so viele Anrufe von Läufern mit Solidaritätsbekundungen und Unterstützung, dass ich mich entschlossen habe, den Lauf auch heuer wieder zu organisieren“, sagte Organisator Peter Krinninger (52) aus Garmisch-Partenkirchen. Die neunte Auflage findet am Sonntag, 19. Juli, statt.

Die Route führt wie im vergangenen Jahr von Ehrwald in Tirol aus über Hochfeldern Alm, Brandjoch, Knorrhütte, Sonnalpin bis zum Ziel, der 2944 Meter hoch gelegenen Bergstation der Tiroler Zugspitzbahn. Die Läufer legen 16 Kilometer und 2100 Höhenmeter zurück. Krinninger: „Viele haben mich auch gebeten weiterzumachen, weil das einfach Deutschlands schönster Berglauf ist.“ Krinninger sagt, dass man der Opfer gedenken werde.

Die Teilnahmegebühr beträgt 68 Euro – wie im vergangenen Jahr. Eine kleine Änderung gibt es jedoch: Die Läufer müssen sich bei der Anmeldung damit einverstanden erklären, „auch gegen ihren eigenen Willen vom Streckenpersonal oder vom Bergrettungsteam aus dem Rennen genommen zu werden, falls es der Veranstalter bezüglich ihrer eigenen Sicherheit als richtig erachtet“.

Im vergangenen Jahr waren über 600 Läufer bei schlechten Bedingungen teilweise in kurzer Hose und ohne Regenjacke an den Start gegangen. Oberhalb von 2000 Metern herrschte Schneetreiben. Zwei Läufer starben an Erschöpfung und Unterkühlung, neun wurden verletzt.

Wer trägt die Verantwortung für das tödliche Ende des Extremberglaufs? Polizei und Staatsanwaltschaft haben nach dem Unglück mit Hochdruck ermittelt, Augenzeugen und Sportler befragt, Wetterdaten geprüft. Peter Krinninger, der sich selbst nach eigenen Angaben nichts vorzuwerfen habe, geriet ins Visier der Fahnder. Vier Monate nach der Katastrophe hatte die Staatsanwaltschaft München II einen Strafbefehl wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung gegen Krinninger beantragt – gefordert wird eine Strafe von 90 Tagessätzen. Das Verfahren läuft noch.

Entscheidend wird sein, wie das Gericht die Eigenverantwortung der Läufer bewertet. Denn viele Fachleute und Sportler, wie auch der mehrfache Sieger des Zugspitzlaufs Martin Echtler (siehe Interview), sehen die Verantwortung bei den Läufern selbst. Und an die wird auf der Homepage des Veranstalters appelliert: „Die tragischen Vorkommnisse beim Lauf 2008 sollen allen Bergsportlern, die in Zukunft teilnehmen wollen, eine massive Warnung sein.“ In der Ausschreibung zum neuen Lauf wird warme Kleidung im Gepäck zwar empfohlen, aber nicht vorgeschrieben.

von Nikola Obermeier
und Wolfgang de Ponte

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