Gefasster Räuber hat sechs Banken überfallen

Sauerlach - Die Polizei hat einen Bankräuber bei einem Überfall in Sauerlach geschnappt - auf der Dienststelle gestand der 42-jährige Unterhachinger, innerhalb von zwei Jahren sechs Geldinstitute in ganz Oberbayern überfallen hat. Beute: mehr als 100.000 Euro.

Mit diesem Werkzeugkoffer und Meterstab tat der Täter so, als ob er ein Handwerker ist.

Der vorerst letzte Tatort des Bankräubers: ein Geldinstitut in der Münchner Straße in Sauerlach (Kreis München): Am 29. April 2009 gegen 7.20 Uhr betrat eine 52-jährige Bankangestellte als erste die Bank. Im Eingangsbereich bemerkte sie einen Mann, der offenbar mit Reparaturarbeiten beschäftigt war. Er hantierte mit einem Werkzeugkoffer und einem Meterstab herum. Als die 52-Jährige die Tür öffnete, schob der Unbekannte sie in die Bank, bedrohte sie dort mit einer Faustfeuerwaffe und forderte sie auf, ihm Geld aus dem Tresor zu geben.

Das Fahndungsfoto, das die Polizei nach dem Überfall in Egmating herausgegeben hatte.

Bei dem Täter handelt es sich um einen 42-jährigen Unterhachinger, der am Tattag dem Ermittlungsrichter im Polizeipräsidium München vorgeführt wurde. Jetzt informierte die Polizei die Öffentlichkeit. Bei einer Überprüfung älterer Fälle stellte sich heraus, dass der Räuber nicht zum ersten Mal zugeschlagen hatte: Noch auf dem Kommissariat räumte der Unterhachinger ein, seit 2007 insgesamt sechs Überfälle in den Landkreisen München, Ebersberg und Miesbach begangen zu haben.

Die Tatwaffe.

Den ersten Überfall führte er am 24. Juli 2007 in Taufkirchen (Kreis München) durch. Dort wartete er vor einer Bankfiliale, bis kurz nach 11.30 Uhr die letzten Kunden die Bank verlassen hatten. Dann betrat er die Filiale mit Kapuze, Sonnenbrille und einem schwarzen Tuch maskiert und zog eine Pistole aus seinem Rucksack. Er bedrohte den anwesenden Kassier, der den Rucksack des Täters mit Geld füllte. In dieser Zeit wurden auch weitere Anwesende von dem Täter abwechselnd mit der Schusswaffe bedroht. Mit seiner Beute konnte er unerkannt flüchten.

Einen Monat später, am 28. August 2007, betrat er, ebenfalls mit Gesichtstuch und Sonnenbrille maskiert, eine Bankfiliale in Putzbrunn (Kreis München). Wieder bedrohte er mit der Schusswaffe drei Angestellte und einen Kunden und ließ sich Bargeld aushändigen. Erneut flüchtete er zu Fuß.

Am 6. November 2007, ebenfalls zur Mittagszeit, kam der Täter mit Halstuch, Schal oder Mütze maskiert sowie mit einer Pistole bewaffnet in eine Bank in Egmating (Kreis Ebersberg). Sein Vorgehen blieb dasselbe wie bei den vorigen Überfällen.

Im Anschluss legte der Räuber dem Anschein nach eine Pause von etwa einem Jahr ein. Erst am 11. Dezember 2008 stand der Bankräuber mit einer Sturmhaube maskiert plötzlich vor dem Tresen einer Bankfiliale in Gmund am Tegernsee (Kreis Miesbach).Die anwesenden Angestellten hatten den Täter beim Betreten der Bank nicht bemerkt. Eine Angestellte musste auf Anweisung des Täters den Haupteingang schließen. Mit der Beute in einer Plastiktüte flüchtete er durch einen Seiteneingang. Drei Monate später war diese Bankfiliale in Gmund erneut Ziel des Bankräubers - nach demselben Muster überfiel er das Geldinstitut.

Rubriklistenbild: © Thomas Plettenberg.

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