Nürnberger U-Bahn-Schläger kann sich nicht erinnern

Nürnberg - Auf Erinnerungslücken hat ein 15 Jahre alter U-Bahn-Schläger in seinem Prozess wegen versuchten Totschlags verwiesen. Der Schüler entschuldigte sich bei seinem Opfer.

Vor der Tat habe er große Mengen Alkohol getrunken; an mehr könne er sich nicht erinnern. Nach Angaben von Gerichtssprecher Andreas Quentin fehlte auch dem Opfer die Erinnerung an die Tatnacht. Der Mann aus Baden-Württemberg hatte bei der Attacke mehrere Schädelbrüche und Gehirnblutungen erlitten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Schüler vor, den 35-Jährigen am 30. August des vergangenen Jahres in Fürth geschlagen, gestoßen und den bewegungslos am Boden Liegenden mehrfach mit großer Wucht gegen den Kopf getreten zu haben. Das Opfer hatte den Zorn des 15-Jährigen auf sich gezogen, als es den Schlafenden am frühen Morgen in der Haltestelle Klinikum weckte, um sich nach dessen Wohlbefinden zu erkundigen. Daraufhin habe der 15-Jährige sofort auf den betrunkenen Mann eingeschlagen und den Flüchtenden über die Rolltreppe bis ins Zwischengeschoss verfolgt. Dort habe er ihn zu Boden geworfen und auf den Mann eingetreten.

Das Opfer berichtete am Donnerstag von seinem Genesungsprozess, der noch immer andauere. Zudem wurden weitere Zeugen gehört. Wie Quentin mitteilte, ist das zentrale Beweismittel in dem Prozess die Aufzeichnungen der Überwachungskameras im U-Bahnhof. Die Filme sollen dem Gericht am nächsten Verhandlungstag am kommenden Montag gezeigt werden. Der Prozess vor der Jugendkammer findet hinter verschlossenen Türen statt.

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