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Das Hotel am Obersalzberg hat politisch für Aufsehen gesorgt.

Obersalzberg-Staatsbeteiligung ist ein Langläufer

München - Die staatliche Beteiligung an dem verlustreichen Luxushotel auf dem einst von Hitler genutzten Obersalzberg bei Berchtesgaden ist an lange Vertragslaufzeiten gebunden.

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Freistaat will Hotel am Obersalzberg loswerden

Luxushotel Obersalzberg macht Verluste

Für Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) dürfte es daher kaum möglich sein, dass sich der Staat schon bald aus dem Projekt zurückzieht. Wie es am Mittwoch in der Finanzbranche hieß, sind bei Verträgen von Hotelketten mit Beteiligungsgesellschaften lange Laufzeiten üblich.

Am Montag war bekanntgeworden, dass für das jährliche Defizit des Fünf-Sterne-Hotels von zuletzt vier Millionen Euro ausschließlich die halbstaatliche BayernLB über eine eigens dafür gegründete Gesellschaft aufkommt. Fahrenschon will auf längere Sicht die Beteiligung des Staates an dem Hotel loswerden. "Mittelfristig ist die Herausforderung, dass sich der Staat aus diesem Projekt zurückzieht oder zumindest seine übergroße Beteiligung zurückfährt", hatte er am Dienstag im Landtag gesagt. Im Gespräch mit BayernLB-Chef Michael Kemmer wolle er ausloten, "auf welche Weise wir die wirtschaftliche Lage verbessern können".

Das vom Staat zu tragende Millionendefizit des Hotels zu Füßen von Hitlers einstiger "Alpenfestung" beschäftigte am Mittwoch auch das Landtagsplenum. Auf Antrag der SPD sollte noch im Laufe des Tages ein Dringlichkeitsantrag zu der umstrittenen Staatsbeteiligung behandelt werden. Die Grünen verlangen, das Betreibermodell für das Hotel sofort zu ändern. Das vor vier Jahren eröffnete Intercontinental Resort mit 137 Zimmern und einer Präsidentensuite ist nur gut zur Hälfte ausgelastet. Es war nach einem Beschluss der Bayerischen Staatsregierung gebaut worden, um den Tourismus im von der Nazi-Diktatur belasteten Berchtesgadener Land zu beleben.

dpa

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