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Eine Parkkralle wie diese soll einem Feuerwehrauto in Augsburg angelegt worden sein.

Parkkralle für Feuerwehrauto im Einsatz

Augsburg - Dienst ist Dienst: Ein übereifriger Parkraumüberwacher hat in Augsburg ausgerechnet einem Feuerwehrauto im Einsatz eine Parkkralle verpasst.

Die Augsburger Feuerwehr ist sauer. „Diese Wild-West-Methoden lassen wir uns nicht gefallen“, sagt Sprecher Friedhelm Bechtel aufgebracht. Der Auslöser für seinen Ärger ist der private Parkraumüberwacher Arthur Schifferer. Ein nach seiner Überzeugung illegal abgestelltes Einsatzfahrzeug war für den ehemaligen Kickboxer ein „gefundenes Fressen“. Dabei fing alles ganz harmlos an.

Zwei Feuerwehrler wurden am Samstagnachmittag zur Augsburger City-Galerie gerufen, weil dort ein herrenloser Hund abgegeben worden war. Weil sie mit ihrem hohen Einsatzfahrzeug nicht in das Parkhaus fahren konnten, stellten sie den Wagen auf einem angrenzenden Privatparkplatz ab. Womit sie nicht gerechnet hatten: Jetzt waren sie im Revier von Arthur Schifferer – und der neigt dazu, sein Revier vehement zu verteidigen. „Brennt es denn?“, fragte Schifferer die Feuerwehrler. Die antworteten wahrheitsgemäß mit „Nein“ und machten sich auf in Richtung herrenloser Hund.

Als sie wenig später zu ihrem Wagen zurückkehrten, hatte Schifferer ihnen schon eine Parkkralle verpasst. Erst die Polizei konnte den Parkraumüberwacher zum Einlenken bewegen. „Das ist eines unserer wichtigsten Fahrzeuge“, betont Feuerwehr-Sprecher Bechtel, „es ist ständig im Einsatz.“ Auch wenn es im aktuellen Fall lediglich um einen Hund ging, „da verstehen wir keinen Spaß. Es hätte ja jederzeit ein neuer Notruf kommen können.“ Erzürnt hat die Augsburger Feuerwehr nun Strafanzeige gegen Schifferer erstattet.

„Die Anzeige interessiert mich nicht“, reagiert dieser selbstbewusst. Ihm sei es nicht um das angebliche Parkvergehen gegangen, er habe nur „aufrütteln“ wollen. Die rund 100 Meter lange Feuerwehrzufahrt vor dem Gebäude sei ständig von Privatleuten zugeparkt. „Das ist eine Riesen-Katastrophe und kein Mensch kümmert sich darum“, rechtfertigt er sich. Als er das Einsatzfahrzeug sah, habe er die Situation nutzen wollen, um auf „die Sauerei“ aufmerksam zu machen. Er wollte erreichen, dass sich der Feuerwehrkommandant die Situation vor Ort ansehe. Laut Schifferer sei der auch gekommen – zusammen mit der Polizei. „Dem Chef hab ich dann Vollgas gegeben.“

 „Traurig, dass sich manche Menschen so aufführen müssen“, findet Bechtel. Er weiß, Schifferer ist kein Unbekannter in Augsburg. Anfang April stand der Parkraumüberwacher wegen versuchten Betrugs vor Gericht. Als er noch Inhaber einer Versicherungsagentur gewesen war, hatte er seinen Kundenparkplatz mit einer Kamera überwacht. Falschparker ließ er gleich reihenweise abmahnen und verlangte bis zu 475 Euro. Das Augsburger Amtsgericht sprach ihn frei – obwohl die Autofahrer den Parkplatz zum Teil nur für 30 Sekunden blockiert hatten. Einen Monat zuvor wurde der umstrittene, ja zum Teil verhasste Augsburger Parküberwacher selbst zum Opfer. Unbekannte hatten zur Selbstjustiz gegriffen und die Vorderreifen seines Abschleppwagens aufgeschlitzt.

Von Thomas Schmidt

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