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Eine Prostituierte in einem Bordell (Symbol-Foto). In Nürnberg muss sich ein 61-Jähriger dafür verantworten, dass er eine Prostituierte brutal misshandelt hat.

Geschlagen und mit Messerstichen traktiert

Prostituierte misshandelt: 61-Jähriger vor Gericht

Nürnberg/Fürth - Er soll eine Fürther Prostituierte mit Schlägen, Tritten und Messerstichen brutal misshandelt haben - seit Donnerstag muss sich deswegen ein 61 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung vor. Zum Prozessauftakt räumte der gelernte Metzger die Taten in dem Fürther Bordell vom Februar 2008 im Wesentlichen ein.

Allerdings bestritt er das von den Anklagevertretern vermutete Motiv. Vor Gericht beteuerte er, allein aus Habgier gehandelt zu haben. Er habe die Prostituierte berauben wollen, weil er dringend Geld gebraucht habe. Dagegen geht die Staatsanwaltschaft weiterhin von einem versuchten Sexualmord aus. Polizeibeamte hätten das Appartement der 39-Jährigen blutbespritzt vorgefunden. Auf dem Bett habe ein TV-Kabel gelegen, mit dem der 61-Jährige seinem Opfer Peitschenhiebe versetzt habe.

Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte der Mann die Frau direkt nach dem Öffnen der Tür mit einem Elektroschocker kurzzeitig gelähmt, danach mit seinem Taschenmesser mehrfach auf sie eingestochen, das Glied ihres linken Ringfingers abgetrennt, mit dem Kabel auf die nackte 39-Jährige eingeschlagen und sie schließlich mit Füßen getreten.
Trotz dieses fast einstündigen Martyriums sei es der Frau in einem unbeobachteten Moment gelungen, auf den Balkon ihres Appartements zu laufen und laut um Hilfe zu rufen. Daraufhin sei der 61-Jährige geflohen. Aufnahmen einer Überwachungskamera im Bordell-Aufzug hatten kurz nach der Tat zu seiner Festnahme geführt.

Die Tat sei nur vor dem Hintergrund seiner damaligen persönlichen Krise zu verstehen, betonte der 61-Jährige am ersten von drei Prozesstagen. Nach seiner Scheidung habe er auf einem riesigen Schuldenberg gesessen. Außerdem habe er unter seiner Zuckerkrankheit gelitten. Als er am Tattag an einem Bankautomaten Geld abheben wollte und dabei das leere Konto sah, habe er kurzerhand beschlossen, eine Prostituierte im nahe gelegenen Bordell auszurauben.

lby

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