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Ein Rottweiler hat ein Mädchen angefallen.

Im Tierheim: Rottweiler fällt Mädchen an

Nürnberg - Im Nürnberger Tierheim hat ein Rottweiler ein Mädchen (5) angefallen. Der Rüde drückte sie gegen eine Wand und biss ihr ins Gesicht. Gegenüber Merkur-Online betont Tierheim-Leiter Denny Baruch: "Dieser Hund ist keine Bestie."

Für die Kleine hätte es so ein schöner Tag werden können: Wie die Polizei mitteilt, wollte sie sich am Samstag mit ihrem Vater und ihren beiden Geschwistern im Tierheim einen kleinen Vogel aussuchen.

Sie warteten gerade im voll besetzten Foyer des Tierheims, als ein Mann mit zwei bulligen Rottweilern vorbeikam: Einem reinrassigen Rüden (4 Jahre) und einem Mischling (1 Jahr). Die beiden Hunde hatte er soeben im Tierheim gekauft.

Plötzlich drehte der ältere Rüde durch und rannte auf das Mädchen zu. Der Besitzer versuchte noch, den Rottweiler an der Leine zurückzureißen - ohne Erfolg. Bei der Hunde-Attacke erlitt die Fünfjährige laut Polizei schwere Verletzungen im Gesicht. Sie wurde in einer Nürnberger Augenklinik behandelt.

"Der Rottweiler war immer lammfromm"

Nach ersten Medienberichten zum Rottweiler-Angriff meldete sich am Dienstagabend Tierheim-Leiter Denny Baruch bei der Redaktion von Merkur-Online. Er betonte: "Dieser Hund ist alles andere als eine reißende Bestie."

Unter den Tierpflegern habe der Rüde bislang "als lammfromm, sogar als ein bisserl doof" gegolten. Bevor der Rottweiler ins Tierheim kam, habe er sogar bei einer Familie mit Kindern gelebt.

Für Baruch bleibt es ein Rätsel warum ausgerechnet dieser Rottweiler auf das Mädchen losging. "Vielleicht hat sie eine blöde Bewegung gemacht oder die vielen Menschen im Foyer haben den Hund aufgeregt."

Die Schuld an dem Vorfall weist Baruch allein der zuständigen Tierpflegerin zu. Wenn jemand im Tierheim einen Hund kaufe, achte das Personal normalerweise darauf, dass Herrchen oder Frauchen ihr neues Tier ohne Aufregung und unauffällig nach draußen bringen.

Doch die Pflegerin habe dem Käufer die Leinen der Rottweiler in die Hand gedrückt und ihn an etwa 15 Menschen im Foyer vorbei nach draußen geschickt.

Baruch: "Der Hund wurde somit völlig unnötig einer Streß-Situation ausgesetzt." Der Tierheim-Leiter räumt ein: "Wir haben hier einen Fehler gemacht. Dazu stehen wir und das tut uns alles außerordentlich leid."

Wie Baruch vom Vater des Mädchens erfahren habe, sei sie bereits wieder zu Hause, stehe aber unter Schock. Abends könne sie nur mit Beruhigungsmitteln einschlafen. Auch die Tierpflegerin stehe nach dem Rottweiler-Angriff unter Schock. Der Tierheim-Leiter sagte: "Sie ist momentan fix und fertig."

"Einschläfern ist kein Thema"

Der Hundebesitzer gab den wildgewordenen Rüden umgehend im Tierheim zurück, den Mischling nahm er aber mit nach Hause. Für das kurzzeitige Herrchen des durchgeknallten Hundes hat der Vorfall trotzdem ein Nachspiel: Der Vater des Mädchens zeigte ihn wegen fahrlässiger Körperverletzung an.

Dem Rottweiler-Rüden wird wegen der Beiß-Attacke nichts passieren, betont Baruch. "Wir werden ihn beobachten und seinen Charakter zusätzlich von einem Sachverständigen überprüfen lassen."

Auf keinen Fall will Baruch den Rottweiler einschläfern lassen, denn: "Schuld an diesem Angriff ist menschliches Versagen. Es gibt keinen Grund, den Hund dafür zu bestrafen."

Franz Rohleder

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