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Polizisten vor dem Landgericht Landshut.

Schießerei in Landshut ohne gerichtliches Nachspiel

Landshut - Das blutige Familiendrama im Landshuter Landgericht mit zwei Toten wird vermutlich kein gerichtliches Nachspiel haben.

Es gebe nach bisherigen Ermittlungen mit dem 60-Jährigen einen Einzeltäter, der sich nach der Tat am Dienstag erschoss. Hinweise auf strafrechtlich relevante Versäumnisse von Dritten lägen bislang nicht vor, sagte der Sprecher der Landshuter Staatsanwaltschaft am Donnerstag auf Anfrage.

Amoklauf in Landshut

Der 60 Jahre alte Schütze hatte seine Tat offenbar geplant und am Morgen zuvor einen Abschiedsbriefverfasst. In dem Brief rechnete der Mann, der als Sportschütze mehrere Waffen legal besaß, mit seinen Verwandten ab und kündigte eine Gewalttat an. Anschließend erschoss er im Gericht eine 48 Jahre alte Schwägerin und sich selbst. Eine weitere Schwägerin wurde durch einen Querschläger verletzt. Ein Rechtsanwalt erlitt einen Lungendurchschuss. Die Familie war bereits seit Jahren in einen Erbstreit verwickelt.

Unabhängig von der strafrechtlichen Relevanz war nach der Tat eine Diskussion über die Sicherheit der Gerichtsgebäude angelaufen, die unter anderem einen vermehrten Einsatz von Sicherheitsschleusen propagiert. Grünen-Chefin Claudia Roth forderte ein Verbot scharfer Waffen für Schießsportler und Sammler. "Sportschützen können ihren Sport mit Luftgewehren oder anderen Waffen ausüben, die weniger gefährlich sind", sagte sie der "Frankfurter Rundschau".

CDU-Innenexperte Reinhard Grindel sagte: "Wir müssen darüber diskutieren, ob die Vereine nicht auf das großkalibrige Schießen verzichten können." Auch Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) und Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) sprachen sich dafür aus, gefährliche Waffen für Sportschützen nur noch eingeschränkt zu erlauben. Mäurer will Anfang Juni mit seinen Länderkollegen über eine Kaliberbegrenzung für den Schießsport oder eine Beschränkung auf Luftpistolen und Kleinkaliberwaffen beraten.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) bringt gegen den unbefugten Zugriff auf Waffen eine Fingerabdruck-Sicherung für Waffenschränke und Pistolen ins Gespräch. Um Amokläufe wie in Winnenden zu verhindern, wolle er "Behältnisse mit biometrischen Sicherungen so abschließen lassen, dass nur noch Berechtigte an ihre Waffe herankommen", sagte Schäuble der "Rheinischen Post". Außerdem gebe es "interessante technische Möglichkeiten", mit denen man Kurzwaffen so sichern kann, dass nur noch der Berechtigte selbst mit ihnen schießen kann. Im Fall von Landshut hätte dies keine Bedeutung gehabt, da der legale Besitzer der Waffe selbst um sich schoss.

dpa

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