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Um ein schlechtes Schneeräumergebnis ist bei Nürnberg ein Streit entbrannt (Symbolfoto)

Schlägerei wegen Schneeräumens - Vier Verletzte

Nürnberg - Mit jeder Flocke, die sich mitten im Winter tatsächlich runterwagt, werden manche gereizter. Jetzt gab es sogar eine Schlägerei wegen eines schlechten Schneeräumergebnisses.

Gereizt sind manche Autofahrer, die sich schimpfend durchs Weiß pflügen. Oder die Winterklamotten-Verkäufer, die zu früh die Rabattschlacht angezettelt haben. Und da sind auch Menschen, die sich allmorgen- und abendlich um die Sicherheit ihrer Mitbürger sorgen und den Schnee wegräumen, damit sich keiner weht tut. Ab und an ist dabei zwar ein Fluch zu vernehmen – „Kaum bin I fertig, derf i hinten schon wieda ofanga, zefix!“ –, doch der Dank der Passanten entschädigt für die Mühen.

In einem Vorort von Nürnberg, einem Plätzchen, wo die Straßen gerade und die Gärten selbst im Winter gepflegt sind, wurden durch das plötzliche Schneegestöber auch miese Gefühle nach oben geschaufelt. Gefühle, die sich lange in der Seele verborgen hatten und nur darauf warteten, dass sie endlich ausbrechen dürfen. Mit bösen Folgen. Die Eruption begann wohl mit einem Satz wie diesem: „Das haben Sie aber nicht so gemacht, wie es in der Hausordnung steht …“ Das bezog sich natürlich aufs Schneeräumen vor einem Haus, das zu einem Tatort werden sollte.

Es hatte hier am Sonntagabend in der Pflicht eines 41-Jährigen gelegen, das Weiß vor der Tür so zu beseitigen, wie es sich der 66-jährige Vermieter vorstellte. Nur – irgendwie kamen Anspruch und Wirklichkeit nicht zusammen.

In der Folge kam es zwischen den Männern im Flur zu einem – wie die Polizei höflich formulierte – „Streitgespräch“. Schnell gingen dabei die Argumente aus, danach sprachen die Fäuste, wobei zunächst kein direkter Sieger erkennbar war. „Die Kontrahenten verletzten sich gegenseitig erheblich“, urteilt die Polizei.

Die Ehefrau (70) des Vermieters stürzte sich aber zwischen die Streithähne. Sie wollte schlichten, doch wurde sie plötzlich zu Boden gerissen – von der 55-jährigen Ehefrau des Schneeräum-Versagers, die nun ebenfalls im Flur eingetroffen war. Diese führte sich weiter auf wie eine Furie und schlug so brutal auf die am Boden liegende Frau ein, dass diese Brüche und offene Wunden erlitt! Erst jetzt konnte sich der Vermieter befreien. Um seiner verletzten Ehefrau zu helfen, packte er die jüngere Angreiferin und stieß deren Kopf gegen die Hauswand.

Das war sozusagen auch der Schlussgong in der letzten Runde, denn nun traf die Polizei ein. Gerade noch rechtzeitig, denn wer weiß, was sonst noch in dem bösen Schneegestöber hätte passieren können. Doch die Bilanz ist so schon schlimm genug: mehrere Brüche, verbogene Nasen, offene Wunden, dazu alle ins Krankenhaus – „in verschiedene“, wie die Polizei in Nürnberg betont. Doch kann alleine nicht zufrieden stellendes Schneeräumen einen solchen Ausbruch an Gewalt rechtfertigen? „Da muss etwas länger geschwelt haben“, denken nicht nur die Ermittler. Etwas, das nun nach oben kam. während es von oben leise und friedlich nach unten rieselte …

MC

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