Prinz Luitpold von Bayern.

Seenot: Bayern-Prinz Luitpold im Fischernetz gefangen

Dießen - Königliche Aufregung am Ammersee: Die Wasserwacht hat den 58 Jahre alten Prinz Luitpold und seinen Sohn aus Seenot gerettet.

Wenn der Wind auffrischt, und die Böen über den Ammersee pfeifen, dann beginnt für einen begeisterten Segler erst der Spaß. Auch für Prinz Luit­pold von Bayern (58). Seine königliche Hoheit war am Donnerstagabend mit seinem Sohn und einem Sportsfreund unterwegs, um auf einem neuen Segelboot zu trainieren. Aber was heißt schon Boot: In einer 18-Foot-Jolle, quasi dem Formel-1-Renner unter den Segeljachten war das Trio unterwegs – bis das Boot kenterte und sich unglücklicherweise mit dem Mast in einem Fischernetz verfing! Das ist nicht angenehm – trotz dicker Neoprenanzüge.

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Das ist Prinz Luitpold von Bayern

Bei sieben Grad kaltem Wasser kühlt der Körper schnell aus. Doch Prinz Luitpold und seine Crew hatten Glück. Ein Boot der Wasserwacht entdeckte das Trio und schlug Alarm. Sofort machten sich Einsatzkräfte aus Dießen und Utting auf den Weg! Die bargen die unterkühlten Segler und brachten auch das teure Schiff unbeschädigt an Land! „Die haben sehr gute Arbeit geleistet“, lobte gestern Luitpold von Bayern die Einsatzkräfte. „Drei Stunden bei den Temperaturen auf dem See herumzufahren, um Mensch und Material zu bergen, ist ja kein Zuckerschlecken.“

Das missglückte Segelmanöver gehörte übrigens zum Traingsprogramm des Prinzen. Der berichtet: „Wir sind schon vorher zweimal gekentert. Das ist normal, wenn man ein so filigranes Boot bei solchen Bedingungen ausprobiert. Und normalerweise auch kein Problem. Man stellt sich halt aufs Schwert und stellt das Boot einfach wieder auf. Doch nachdem sich der Mast in einem Treibnnetz verfangen hatte, ging das halt leider nicht mehr.“

Seit über 45 Jahren segelt Prinz Luitpold schon. „Aber sowas“, erzählt er, „ist mir bisher erst einmal passiert.“ Die Unterkühlung sei aber nicht so dramatisch gewesen, meint er. „Meine Temperatur lag noch bei 35 Grad, das ist noch nicht wirklich unterkühlt. Bei meinem Sohn waren’s noch knapp über 30 Grad. Der ist aber auch unheimlich viel im Wasser geschwommen, weil er versucht hat, den Mast freizubekommen.“ An Land wurden der Prinz und seine zwei Segelkameraden trotzdem sicherheitshalber von einer Notärztin durchgecheckt, dann ging’s in die Wasserwachtstation Utting, wo sich das Trio mit warmen Getränken langsam wieder aufwärmte.

Am Freitag saß Prinz Luit­pold schon wieder hinter dem Schreibtisch. Und sein Sohn? „Der trainiert schon wieder auf dem See“, meinte seine Durchlaucht lachend. „Jetzt ist der Wind ja gut.“ Am Wochenende will er auch wieder dabei sein, wenn die Böen die 90 Quadratmeter Segelfläche aufpeitschen und das Boot mit 60 Stundenkilometern über den See schießt. „Sie glauben nicht, was das für ein herrliches Gefühl ist!" (WdP)

Der Prinz war nicht der einzige in Seenot: Am Freitagnachmittag kenterte ein Ruderbot mit vier Männern an Bord.

Die Bilder von der Bergungsaktion

Starnberg: Ruder-Vierer gekentert

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