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Erst als ein Gerüst stand, konnte der Tote geborgen werden.

Toter war an Baumstamm gefesselt

Skelett in 11 Metern Höhe entdeckt

Landshut - Montags, als es wegen der Sommerzeit auch noch am späten Nachmittag hell war, marschierte ein 18-jähriger Bursch’ in einem abgelegenen Waldstück zwischen Gündlkofen und Unterlenghart (Kreis Landshut).

Der Frühling machte sich um ihn bemerkbar, Vögel rauschten fröhlich durch die Äste, es duftete nach den ersten Blüten. Doch stopp – liegt da nicht etwas Komisches? Der 18-Jährige schaute sich das mal lieber genauer an – Knochen. Und was Metallisches: Überreste einer mysteriösen Leiche, die elf Meter über dem jungen Spaziergänger in einer Fichte hing. Die Brust des komplett skelettierten Toten war mit mehreren Stricken an den Stamm gefesselt!

Das wusste der 18-Jährige aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Er machte zunächst mit dem Handy ein Foto von seinem Fund am Boden und schickte es per MMS an die Polizei. Diese legte das Bild einem Mediziner vor. Um festzustellen, ob es sich um menschliche oder tierische Knochen handelt. Der Arzt identifizierte sie eindeutig als menschliche Überreste. Und das Metall stammte von einem künstlichen Hüftgelenk. Die Polizei ließ sich nun sofort vom Knochen-Entdecker zum Fundort dirigieren, dass als sehr unwegsames Hanggebiet beschrieben wird. Dann folgte die grausige Entdeckung im Baum, doch wer ist der Tote?

Zunächst gab es keinen Hinweis auf die Identität, nicht einmal, wie und wann er in den Wald gekommen war. Kein Radl, kein Auto. Doch der Unbekannte dürfte schon mehrere Jahre an die Fichte gefesselt gewesen sein, dafür spricht auch der Zustand seiner Hose, die von Moos überzogen war. Die Leiche wurde vom Technischen Hilfswerk (THW) geborgen, das hierfür extra mitten im Wald ein Gerüst aufgebaut hatte. Die menschlichen Überreste kamen in die Münchner Rechtsmedizin, wo der Tote am Mittwoch obduziert werden sollte.

Gleichzeitig ging die Kripo die Vermisstenfälle durch. „Doch wir haben noch keinen Fall, der mit dem Toten in Zusammenhang gebracht werden könnte“, so Leonhard Mayer von der Landshuter Polizei. Womöglich bringt das künstliche Hüftgelenk die Ermittler in dem Fall entscheidend weiter. Bislang ist allerdings selbst unklar, an was der Unbekannte gestorben sein könnte. Angeblich soll eine Schusswaffe an der Fichte gefunden worden sein. Die Ermittler gehen derzeit von einem Selbstmord aus. Doch die Frage bleibt: Warum fesselte sich der Mann in elf Metern Höhe an den Baum?

mc.

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