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Der Oberarzt einer Amberger Klinik hat mehrere Mädchen missbraucht.

Oberarzt gesteht: Mädchen in Büro missbraucht

Amberg - Ein ehemaliger Klinikarzt hat den sexuellen Missbrauch mehrerer Mädchen gestanden. 

Zu Beginn des Prozesses vor dem Amberger Landgericht erklärte der Verteidiger des 49 Jahre alten Mediziners am Montag, dass sein Mandant die insgesamt 13 Missbrauchsfälle einräume. "Wir wollen den Opfern die Aussagen ersparen", sagte Rechtsanwalt Günther Schatz.

Der Anästhesist soll sich über drei Jahre hinweg an den zehn bis zwölf Jahre alten Mädchen vergriffen haben, teilweise in seinem Büro im Amberger Klinikum. In den meisten Fällen soll der Arzt die Kinder unsittlich angefasst haben. In zwei Fällen soll er allerdings auch weiter gegangen sein - diese Taten werden von der Staatsanwaltschaft als schwer eingestuft.

Für solche schweren Missbrauchsfälle sieht das Gesetz Gefängnisstrafen von 2 bis 15 Jahren vor. Zum Schutz der Kinder schloss das Gericht die Öffentlichkeit von nahezu dem gesamten Verfahren aus. Auch die sexuellen Neigungen des Beschuldigten sollten nicht öffentlich ausgebreitet werden, begründete der Amberger Landgerichtspräsident Wolfgang Schmalzbauer den Ausschluss von Journalisten und Zuhörern von dem Prozess. Das Urteil am kommenden Montag werde allerdings öffentlich verkündet, erklärte der Vorsitzende Richter.

Laut Anklage hatte sich der Arzt zwischen April 2005 und Juni 2008 an den Mädchen vergangen. Dafür soll er in seinem Büro auch Scheinuntersuchungen für eine angebliche Studie über die Reanimationsfähigkeit von Kindern organisiert haben. Mehrere Taten soll er zudem mit einer versteckten Kamera heimlich gefilmt haben. Deswegen ist der Mann auch wegen des Erwerbs und Besitzes von Kinderpornos angeklagt.

Die Missbrauchsfälle waren im Juni 2008 bekannt geworden, nachdem einige Kinder ihren Eltern davon erzählt hatten. Als die Polizei das Klinikbüro des Mannes durchsuchte, wurde der 49-Jährige zunächst vom Dienst suspendiert. Eine Woche später kündigte das städtische Klinikum dem aus Oberbayern stammenden Facharzt. Als sich die Vorwürfe konkretisierten, wurde der Arzt im vergangenen Juli verhaftet. Derzeit sitzt er im Straubinger Gefängnis in Untersuchungshaft.

Der Anästhesist hatte 17 Jahre in der Oberpfälzer Klinik gearbeitet. Unter den rund 1300 Beschäftigten des Krankenhauses galt er als tadelloser Mitarbeiter. Der Mann hatte in der Vergangenheit auch ein Rettungszentrum mit aufgebaut. Wegen des Alters der Opfer findet der Prozess vor der Jugendkammer des Landgerichtes statt. Für das Verfahren haben zwei psychiatrische Sachverständige Gutachten über den Arzt erstellt.

dpa

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