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In 500 Kindergärten in Bayern wurde am Montag gestreikt.

Streiks in 500 Kindergärten

München/Nürnberg - In Bayern sind am Montag vor allem in München und im Großraum Nürnberg nach Angaben der Gewerkschaft Verdi rund 500 kommunale Kindergärten bestreikt worden.

Betroffen waren mehrere tausend Kinder, wie eine Verdi-Sprecherin sagte. Allein in München blieben nach Gewerkschaftsangaben rund 400 Einrichtungen geschlossen. Betroffen waren aber auch Kindertagesstätten (Kita) in Nürnberg, Erlangen und Fürth. In Nürnberg beteiligten sich etwa 80 der 120 städtischen Kindertagesstätten an dem eintägigen Streik. Auch in Fürth und Erlangen ruhte in vielen Kitas die Arbeit.

Verdi will mit den Arbeitsniederlegungen einen tarifvertraglich geregelten Gesundheitsschutz der bei Kommunen angestellten Erzieherinnen und Sozialarbeiter durchsetzen. Die Dienstleistungsgewerkschaft hatte die Verhandlungen mit den Arbeitgebern für gescheitert erklärt. Ein Sprecher des Kommunalen Arbeitgeberverbands (KAV) bezeichnete die Streiks als "überflüssig und unverhältnismäßig". Der Gesundheitsschutz werde von der Gewerkschaft missbraucht, um streikfähig zu werden. Er forderte die Gewerkschaft auf, zu ernsthaften Verhandlungen bereit zu sein.

Eine Verdi-Sprecherin wies die Kritik der Arbeitgeber zurück und erklärte, die Arbeitnehmervertreter wollten ernsthaft verhandeln. Die Arbeitgeber zögerten aber Ergebnisse immer wieder hinaus. Für den 27. Mai ist eine weitere Verhandlungsrunde beider Seiten angesetzt.

Bei einem Protestzug vor das Nürnberger Rathaus, an dem sich nach Verdi-Angaben weit mehr als 1000 Erzieherinnen, Eltern und Studenten beteiligten, beklagten die Streikenden die seelischen und körperlichen Belastungen ihrer Arbeit. Auf Transparenten hieß es "Hörgeschädigt, häufig krank - geringer Lohn, das ist der Dank" und "Fünf Jahre Ausbildung zur Selbstausbeutung". Viele Streikenden trugen rote T-Shirts mit der Aufschrift "Zukunftsgestalterin fordert Anerkennung". Bei einer Kundgebung vor dem Rathaus zeigten die Protestierenden unter einem ohrenbetäubenden Pfeifkonzert den kommunalen Arbeitgebern die rote Karte.

Für Eltern, die auf Kita-Angebote angewiesen waren, gab es nach Angaben von Verdi eine Notbetreuung. Viele Eltern hätten für das Anliegen der Erzieherinnen großes Verständnis gezeigt und zum überwiegenden Teil alternative Unterbringungsmöglichkeiten für ihre Kinder gefunden, berichteten Streikende. Einige Eltern mussten Urlaub nehmen, um ihre Kinder zu versorgen. Der KAV-Sprecher kritisierte, dass die Streikmaßnahmen vorwiegend zu Lasten alleinerziehender Eltern gingen.

Am Dienstag sollen die Streikmaßnahmen fortgesetzt und auf die Städte Ingolstadt und Regensburg ausgeweitet werden. Auch Einrichtungen der Jugendhilfe und des allgemeinen Sozialdienstes sollen in den Arbeitskampf miteinbezogen werden.

dpa

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