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Stress am Arbeitsplatz - immer mehr Berufstätige leiden in ihrem Alltag.

Druck, Depressionen, Dauerstress: Immer mehr Berufstätige leiden

München - Erfolgsdruck, schlechte Stimmung, gestresste Führungskräfte: Immer mehr Berufstätige empfinden ihren Büroalltag als belastend. Das zeigt eine Studie der Techniker Krankenkasse (TK) zur seelischen Gesundheit von Berufstätigen.

"Immer weniger Personen müssen immer mehr leisten. Dazu sind die Aufgaben vielfältiger und komplexer geworden. Die Balance zwischen Druck und Anerkennung fehlt in vielen Betrieben", sagt Claudia Fröse Beraterin für betriebliches Gesundheitsmanagement bei der TK in Bayern. Zwischen 2000 und 2008 sind die Arbeitsunfähigkeitszeiten wegen psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen um 15 Prozent gestiegen - obwohl die Fehlzeiten in Bayern insgesamt um 7 Prozent abgenommen haben. Deutschlandweit haben die Fehlzeiten sogar um 20 Prozent zugenommen. Fröse schränkt etwas ein: Seelische Krankheiten würden heutzutage eher diagnostiziert, leichtere Belastungen auch dramatisiert werden. Grundsätzlich habe die Arbeitsbelastung laut Fröse jedoch zugenommen.

"Aber auch äußere Faktoren, wie die täglichen Nachrichten zur steigenden Arbeitslosigkeit, zusammenbrechende Märkte und insolvente Firmen könnten gerade Berufstätige als bedrohlich und beängstigend empfinden", sagt die Beraterin. Die Folge: nervöse Anspannungen, körperliches Unwohlsein und unkonzentriertes Arbeiten.

Das hat auch Auswirkungen auf das Privat- und Familienleben. "Dauert dieser Zustand an, ist die emotionale Erschöpfung unvermeidbar", so Fröse. 1,16 Tage waren Berufstätige in Bayern letztes Jahr durchschnittlich wegen Depressionen, Angstzuständen oder Symptomen des Burnouts krankgeschrieben – acht Jahre zuvor waren es noch 1,01 Tage.

130.000 dopen sich täglich für die Arbeit

Eine weitere Studie - diesmal von der DAK -  zeigt, dass sich mehr als 130.000 Beschäftigte in Bayern am Arbeitsplatz dopen. Zu diesem Ergebnis kommt der am Mittwoch in München von der Krankenkasse DAK vorgestellte Gesundheitsreport für Bayern. Männer greifen demnach vor allem zu aufputschenden oder konzentrationsfördernden Mitteln. Frauen dagegen bevorzugen beruhigende Mittel gegen depressive Verstimmungen oder Ängste. "Männer frisieren ihr Leistungspotenzial, Frauen polieren ihre Stimmung auf", sagte DAK-Landeschef Wilfried Erbe. Die DAK berief sich dabei auf eine repräsentative Befragung von bundesweit 3000 Arbeitnehmern zwischen 20 und 50 Jahren.

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