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Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sitzt am Dienstag (12.05.2009) an einem Zug-Simulator auf der Messe Transport Logistic in München.

Tiefensee: ICE-Neubaustrecke vielleicht früher fertig

Nürnberg - Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) will die Fertigstellung der ICE-Strecke Nürnberg-Erfurt beschleunigen.

Möglichkeiten dazu böten die Konjunkturprogramme des Bundes und die Mittel aus der Erhöhung der Lkw-Maut, sagte Tiefensee am Dienstag in Coburg bei einer Schienenverkehrskonferenz der Industrie- und Handelskammern in der Metropolregion Nürnberg. "Ich hoffe, dass wir spätestens Mitte 2017 in unter vier Stunden von München nach Berlin fahren können", betonte der Minister. Im bisherigen Zeitplan war Ende 2017 anvisiert gewesen. Wenn auch nach der Bundestagswahl entsprechend hohe Mittel zur Verfügung stehen, sei die Aus- und Neubaustrecke vielleicht auch schon Ende 2016 fertig.

Vorantreiben will Tiefensee auch die Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale. Der 110 Millionen Euro teure Abschnitt Reichenbach im Vogtland werde in den nächsten Jahren mit Geldern aus den Konjunkturprogrammen realisiert. Sobald es Spielräume gebe, soll auch der 500 Millionen Euro teure Abschnitt zwischen Hof und Nürnberg folgen. Voraussetzung dafür sei aber auch, dass der Freistaat Bayern entsprechende Prioritäten bei der Verteilung der ihm zur Verfügung stehenden Mittel setze, betonte Tiefensee.

Die ICE-Strecke Nürnberg-Erfurt-Leipzig/Halle-Berlin soll auch der Entlastung der Nord-Süd-Strecken im Schienengüterverkehr dienen. DB-Netz-Vorstandsmitglied Oliver Kraft rechnet mit mehr als 80 Güterzügen pro Tag im Abschnitt Nürnberg-Erfurt und gut 50 Zügen zwischen Erfurt und Berlin. Um auch tagsüber Güterzüge fahren lassen zu können und einen Begegnungsverkehr in den zweigleisigen Tunnels zu vermeiden, werde die komplette Strecke mit einem neu entwickelten Zugsicherungssystem ausgestattet. Coburgs IHK-Präsident Friedrich Herdan warb bei Verkehrsminister Tiefensee und den Bahn-Vertretern für einen ICE-Halt in Coburg. Voraussetzung dafür sei der Lückenschluss der nach dem Zweiten Weltkrieg abgebauten Werratalbahn zwischen Eisfeld und Coburg. Eine Reaktivierung dieser Strecke würde zusätzliches Fahrgastpotenzial in Südthüringen erschließen und damit die Wirtschaftlichkeit der ICE-Strecke erhöhen.

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